Die gute Nachricht: Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern hat sich innerhalb der letzten sechs Jahre um 3,8 Prozent verringert. Die schlechte: Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch gut ein Viertel weniger als Männer.

Bei Frauen über 45 ist es noch extremer, sie bekommen gar mehr als ein Drittel weniger Lohn als ihre Kollegen. Dies belegt die soeben veröffentlichte Studie «Geschlecht, Alter und Arbeitsmarkt» der Fachstelle für Gleichberechtigungsfragen des Kantons Zürich. Über 100'000 Angestellte in der Zürcher Privatwirtschaft wurden zu Lohn, Beschäftigungsgrad, Ausbildung und Stellung im Betrieb befragt. Da fast jeder fünfte Arbeitsplatz der Schweiz im Kanton Zürich angesiedelt ist, können die Ergebnisse der Studie als repräsentativ für das ganze Land gelten.

«Es ist ganz wichtig, den Unterschied zwischen der formalen Gleichstellung, wie sie seit 1981 in der Bundesverfassung verankert ist, und der tatsächlichen aufzuzeigen», erklärt Catherine Silberschmidt, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Zürcher Fachstelle. Besonders krass sind die Unterschiede beim Lohn in den so genannten Männerberufen wie Consulting oder Informatik: Berater verdienen durchschnittlich fast 2000 Franken mehr pro Monat als ihre Kolleginnen.

«Männer können sich auf dem Markt einfach besser verkaufen als Frauen», erklärt Leila Straumann, Leiterin des Basler Gleichstellungsbüros. Bis Frauen das auch könnten, dauere es noch: «Solche gesellschaftlichen Veränderungsprozesse brauchen viel Zeit.»

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