Als der Psychiatriepfleger Markus Dennis vor zwei Jahren eine Stelle fand, war er froh. Froh, dass er beginnen konnte, seinen Schuldenberg abzutragen. Beim Stellenantritt in der Klinik Schützen im aargauischen Rheinfelden lief noch alles bestens. Mit dem grössten Teil seines Lohns tilgte er Monat für Monat seine Schulden.

Im Januar 2006 lud ihn das Betreibungsamt vor, um eine neue Forderung zu besprechen. Doch Dennis meldete sich nicht. «Ich wollte meine Schulden abtragen und nicht immer wieder darüber reden», erklärt er. Das Betreibungsamt liess seinen Lohn umgehend sperren: ein üblicher Vorgang, bei dem der Arbeitgeber die Zahlung zurückhalten muss, bis sich der Schuldner mit dem Amt in Verbindung gesetzt hat.

So erfuhr die Klinikleitung von Markus Dennis’ privaten Schwierigkeiten. Sie bot ihm Hilfe an, die er dankbar annahm.

Doch schon bald realisierte er, dass er Privat- und Berufsleben nicht vermischen wollte. Als ihm sein Chef dann erklärt habe, in seiner Geldnot werde er früher oder später am Arbeitsort stehlen, verzichtete Dennis auf die weitere Beratung. Jetzt verwarnte ihn der Arbeitgeber und drohte mit der Kündigung: «Die Leitung erwartet von ihren Mitarbeitern, dass sie ihre privaten Angelegenheiten derart regeln können, dass sie die Abläufe am Arbeitsplatz nicht stören.»

Kündigung angefochten
Als das Betreibungsamt im Herbst dem Psychiatriepfleger zum zweiten Mal den Lohn sperren lässt, entlässt ihn die Leitung der Klinik Schützen deswegen. Gegenüber dem Beobachter will die Klinik keine Stellung zum Fall beziehen. Dennis ficht seine Entlassung jetzt als missbräuchlich an, denn sein Arbeitszeugnis lobt ihn als kompetent und engagiert.