Stefan Körner fühlt sich von seinem Ex-Arbeitgeber übers Ohr gehauen: Das Betreibungsamt fordert vom Chauffeur 34'000 Franken für die längst fällige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) seines Lastwagens. Nur, Körner war nie Eigentümer des fraglichen Fahrzeugs. Zwar hat seine ehemalige Arbeitgeberin, die Peter Treichler Transport in Otelfingen ZH, ihn auf dem Papier als Halter registrieren lassen. Sein Ex-Chef Peter Treichler habe ihm aber versichert, so Körner, die LSVA werde von der Firma bezahlt. Dies war auch der Fall bis zu dem Tag, als Körner kündigte - die letzten drei Monate der Kündigungsfrist bezahlte Treichler nicht mehr.

Angefangen hatte das Übel im Januar 2006. Treichler sei jammernd zu seinen Fahrern gekommen: Er müsse eine Kaution für die LSVA zahlen, was die Firma in den Konkurs treiben könne - mit entsprechenden Folgen für die Arbeitsplätze. Wenn aber einer der Angestellten sich als Halter des Lastwagens registrieren liesse, müsste die Kaution nicht bezahlt werden. Körner: «Ich dachte, es geht uns ans Lebendige.» Also habe er zugesagt - unter der Bedingung, das Ganze vertraglich festzuhalten. Am anderen Tag hätten bereits die neuen Nummerschilder auf seinen Namen am Lastwagen gehangen; von einer schriftlichen Abmachung keine Spur.

Ende August 2006 wechselte Körner die Arbeitsstelle. Bald darauf folgte die LSVA-Abrechnung aus Bern, die er an seinen ehemaligen Arbeitgeber weiterleitete. Doch dieser zahlte nicht. Körner versucht seither klarzustellen, dass er nicht der eigentliche Halter des Lastwagens war. Für das Strassenverkehrsamt gilt jedoch, was in den Papieren steht, und ein Gang vor den Richter brachte nichts.

Betreibungen en masse
Körner ist kein Einzelfall. Auch bei einem weiteren ehemaligen Angestellten, der als Halter bei der Treichler Transport AG registriert war, sind laut der Oberzolldirektion Bern LSVA-Rechnungen offen.

Firmeninhaber Peter Treichler will zur Angelegenheit nichts sagen. Fest steht, dass nur diejenigen Transportunternehmen eine Kaution zahlen müssen, deren Kreditwürdigkeit gering ist. In der Tat wurde die Firma Peter Treichler Transport in den letzten zwei Jahren mit rund 750'000 Franken betrieben, darunter finden sich etliche Forderungen der kantonalen Ausgleichskasse und der Suva. Allein in diesem Jahr sind laut der Wirtschaftsdatenbank Teledata erneut Forderungen von mindestens 166'000 Franken offen. Eine weitere kommt nun hinzu. Körner: «Ich habe gegen Treichler eine Betreibung eingeleitet.»