Immer mehr Schweizer Erwerbstätige fühlen sich bei ihrer Arbeit gestresst. Dies geht aus der «Schweizerischen Gesundheitsbefragung» hervor, die das Bundesamt für Statistik 2012 durchgeführt hat, bei der rund 21'500 Personen befragt wurden. So gaben 17 Prozent der Erwerbstätigen an, immer oder meistens Stress bei der Arbeit zu haben. Knapp die Hälfte der Berufstätigen fühlt sich nur manchmal gestresst.

Die Befragung zeigt auch, dass 18 Prozent der Erwerbstätigen eher oder vollständig der Aussage zustimmen, sich bei der Arbeit emotional verbraucht zu fühlen. Dies kann krank machen: Personen, die viel Stress bei der Arbeit erleben oder Burn-out gefährdet sind, sind fünf respektive sechs Mal eher gefährdet an einer Depression zu erkranken als Erwerbstätige, die diesen Belastungen nicht ausgesetzt sind.

Frauen suchen öfter Hilfe

Sechs Prozent der Bevölkerung leiden an einer Depression: Die Symptome treten bei Frauen (7%) und Jüngeren (10%) stärker auf als bei Männern (6%) und älteren Personen (3%). Die Befragung zeigt auch: Frauen nehmen rund doppelt so oft Antidepressiva ein wie Männer (5% gegenüber 3%) und suchen bei Depressionen auch öfter medizinische Unterstützung.

So kommt es auch, dass sich jede zehnte Frau in ihrem Leben schon einmal wegen einer Depression behandeln liess. Bei den Männern ist es jeder sechzehnte. Generell ist die Behandlungsrate bei den Betroffenen jedoch gering: 2012 war nur jede vierte Person mit einer Depression in Behandlung.

Auf die letzten 15 Jahre gesehen habe aber die Nachfrage an Konsultationen aufgrund psychischer Probleme von 4,1 Prozent auf 5,4 Prozent zugenommen, so das Bundesamt für Statistik.

Soziale Unterstützung hilft

Um depressiven Verstimmungen entgegenzuwirken und die hohen Anforderungen im Leben bewältigen zu können, können das soziale Umfeld, wie die Familie oder Freunde, helfen. 39 Prozent der Befragten können auf eine starke soziale Unterstützung zurückgreifen, bei zwölf Prozent ist diese nur schwach.

Die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken, ist bei einer geringen sozialen Unterstützung rund drei Mal höher.

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Quelle: Bundesamt für Statistik