«Heute hat doch fast jede Frau zum Selbstschutz einen Pfefferspray.» Pius Marrer, Pressesprecher der Basler Verkehrsbetriebe BVB, sagt dies fast rechtfertigend. Nach einem Vergewaltigungsversuch an einer Tramführerin habe man handeln müssen: Künftig schützt sich das Basler Trampersonal mit Pfeffersprays. Wer den Spray will, muss an einer Instruktion teilnehmen und zusichern, dass er ihn nur im Notfall einsetzt. Marrer: «Der Spray ist keine Waffe, sondern ein Mittel zum Selbstschutz.»

Die BVB sind der erste öffentliche Verkehrsbetrieb, der zu derart drastischen Massnahmen greift. In Bern und Zürich will man vorerst auf eine Aufrüstung des Personals verzichten. «Dies würde nur eine neue Welle der Gewalt erzeugen», befürchtet Andreas Uhl, Pressesprecher der Zürcher Verkehrsbetriebe. Vom Basler Modell hält er wenig. Die Handhabung eines Pfeffersprays sei in Stresssituationen äusserst problematisch. Es bestehe die Gefahr, «dass nicht nur der Täter tränende Augen bekommt, sondern auch unbeteiligte Fahrgäste.»