Eliane Abbatepassero-Mercier war eine der Ersten, die sich wegen eines Missstands bei der Arbeitslosenversicherung beim Beobachter-Beratungszentrum erkundigte: Am 1. Dezember 2003 hatte sie sich nach dem Verlust ihrer Stelle beim RAV anmelden müssen. Da sie bereits über 60 war, hätte sie bis zum Erhalt der AHV im Juni 2006 Arbeitslosentaggeld in gleich bleibender Höhe erhalten sollen.

Doch am 1. Dezember 2005 wurde ihr versicherter Verdienst und damit ihre Arbeitslosenentschädigung drastisch gekürzt - mit der Begründung, dass sie einen Zwischenverdienst ausgeübt habe. Hintergrund war eine stossende gesetzliche Bestimmung, die kurz vor der Pensionierung stehende Arbeitslose bestrafte, wenn sie gelegentlich arbeiteten (siehe Artikel zum Thema «Arbeitslosigkeit: Die faule Haut rentiert nicht mehr»).

Doch Eliane Abbatepassero-Mercier wollte das nicht akzeptieren und zog den Fall weiter. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich hiess nun die mit Hilfe des Beobachters geführte Beschwerde vollumfänglich gut. Es stufte die Reduktion des versicherten Verdienstes von 5384 Franken auf 2’167 Franken als gesetzwidrig ein.

Über 11’000 Franken bekam Eliane Abbatepassero-Mercier nachträglich ausbezahlt: «Ich musste in den letzten Monaten meine Ersparnisse anbrauchen und bin deshalb über die nachträgliche Zahlung überglücklich!»

Auch der Gesetzgeber hatte ein Einsehen und hob die unhaltbare Bestimmung per 1. Juli auf. Rückwirkend profitieren aber nur jene, die sich gegen die Reduktion ihres Taggeldes zur Wehr gesetzt haben.

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