Sommer 1998. Elsbeth Sigrist war stellenlos und auf der Suche nach einer Arbeit. Als im Warenhaus Globus in Bern eine 50-Prozent-Stelle mit unregelmässiger Arbeitszeit frei wurde, schickte das zuständige Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Elsbeth Sigrist zu einem Bewerbungsgespräch. Sie beantwortete die Fragen offen und ehrlich. Unter anderem gab sie korrekterweise zu, dass sie eigentlich keine Teilzeit-, sondern eine Vollzeitstelle suche. Das hätte Elsbeth Sigrist besser nicht gesagt, denn sie bekam den Job nicht.

Noch schlimmer: Das RAV deutete ihre Ehrlichkeit als «Fehlverhalten» und bestrafte sie mit einer Kürzung der Taggelder um ganze 2600 Franken: Das waren drei Viertel ihres Monatseinkommens!

Die Beobachter-Leserin wehrte sich und bekam im Frühling 1999 vor dem Berner Verwaltungsgericht Recht: Es gab keine Beweise für ihr Verschulden. Doch das RAV sowie das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit in Bern beharrten auf der Strafaktion.

Dann griff die Fernsehsendung «Quer» in ihrer Beobachter-Rubrik «So nicht!» den Fall auf. Nach einer Stellungnahme von Globus kam für Elsbeth Sigrist die erlösende Nachricht: Die Strafaktion wurde aufgehoben. «Ich habe das Geld endlich erhalten», freut sie sich.