Vor über einem Jahr wagte Isabelle Zulauf aus Baar ZG den Schritt in die Teilselbstständigkeit als Tierärztin. Am Tierspital Zürich arbeitete sie daneben 40 Prozent, bis der befristete Vertrag Ende April auslief. Kurz danach, am 7. Mai, gebar die 34-Jährige Söhnchen Samuel. Sie beantragte Mutterschaftsentschädigung. Für den Teil ihres selbstständigen Einkommens erhielt sie diese problemlos - da von der neuen Mutterschaftsversicherung auch selbstständig Erwerbstätige profitieren.

Verweigert wurden die Gelder jedoch für den Teil ihres 40-Prozent-Jobs am Tierspital. «Wer nach dem Ende der Anstellung bis zur Niederkunft kein Taggeld der Arbeitslosenversicherung bezieht, hat keinen Anspruch auf Mutterschaftstaggelder», teilte ihr die Sozialversicherungsanstalt Zürich mit. Für die wenigen Tage zwischen Vertragsende und Geburtstermin hatte sich Zulauf nicht als arbeitslos gemeldet.

Vom Beobachter-Beratungszentrum erhielt Zulauf den Hinweis auf die massgebende gesetzliche Bestimmung, die besagt, dass es ausreicht, wenn die Voraussetzungen für den Bezug von -Arbeitslosengeld erfüllt sind, damit ab Geburt das Mutterschaftstaggeld fliesst. Ob das Arbeitslosentaggeld bezogen wird oder nicht, ist für das Recht auf Entschädigung nicht relevant. So erhob Isabelle Zulauf Einsprache und erhielt kurze Zeit später den Bescheid, ihr Mutterschaftstaggeld werde erhöht. «Ohne die Hilfe des Beobachters wären uns rund 7600 Franken vorenthalten worden. Unsere junge Familie kann diesen Betrag wirklich gut gebrauchen», freuen sich die Zulaufs.

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