«Dass das Geld einmal ohne Einschränkungen bis Ende Monat reicht», ist Silvia E.s grösster Wunsch. Sie verzichte selber auf alles, schaue, dass es wenigstens den Kindern gut geht. «Oft muss ich ab Mitte Monat hungern, sonst reicht das Geld nicht.» Silvia E. ist allein erziehende Mutter von zwei halbwüchsigen Töchtern. Sie arbeitet als Nachtwache in einem Altersheim und putzt mehrere Stunden wöchentlich bei einer Familie.

Im Altersheim arbeitet sie pro Nacht rund elf Stunden, achtmal pro Monat. Dafür bekommt sie 1800 Franken. Mit dem Putzen verdient sie noch gut 200 Franken monatlich dazu. Mit den Kinderzulagen und den Alimenten beläuft sich ihr Einkommen auf insgesamt 3300 Franken. «Ich komme damit schlecht zurecht», sagt Silvia E. niedergeschlagen. Die Wohnung allein koste 1000 Franken im Monat.

Früher habe sie drei Putzstellen gehabt, das habe aber zu zeitlichen Problemen mit der Nachtwache geführt. Sie sei mit der jetzigen Arbeit ohnehin schon am Limit ihrer Kräfte.

Als im Stundenlohn angestellte Teilzeitkraft verdient Silvia E. nur, wenn sie tatsächlich arbeitet. Ferien liegen nicht drin – der Verdienstausfall wäre schlicht zu gross. «Ich schäme mich. Ich habe das Gefühl, völlig versagt zu haben.»