Gestern Zagreb, heute Zürich, morgen Toronto – immer noch einen Schritt weitergehen, so könnte Igor Stagljars Motto lauten. «Die Universität Toronto machte mir ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte», sagt der 38-jährige Kroate. Er wurde Ordinarius – eine aussergewöhnliche Stellung in seinem Alter. Stagljar ist Molekularbiologe. 1990 kam er mit abgeschlossenem Studium von Zagreb nach Zürich, 1994 doktorierte er, 1998 entwickelte er zusammen mit einem Forschungsteam an der Universität Zürich ein Verfahren zur Identifikation von Kontakten zwischen Membranproteinen. Das mittlerweile patentierte System ist eine Schlüsseltechnologie in der Entwicklung von Medikamenten. Den lukrativen Angeboten grosser Pharmakonzerne widerstand die Forschergruppe: Die Technologie gehört ihrer eigenen Firma, der Dualsystems Biotech AG, die zehn Mitarbeiter beschäftigt und das Verfahren in Lizenz verkauft. Kaum ist etwas vollbracht, schon zieht er weiter: In Kanada kann er in neue Bereiche wie die Proteomik vordringen. «Weil ich mein Heimatland verlassen habe, musste ich mich schneller entwickeln als andere.» Sein Drang, weiterzukommen, ist beinahe greifbar. In ein paar Jahren will Stagljar aber wieder in die Schweiz zurückkehren. Schliesslich seien hier seine beiden Kinder geboren, und das Einbürgerungsverfahren ist hängig.

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