Paola Ghillani leitete sechs Jahre lang die Max-Havelaar-Stiftung für fairen Handel. Resultat: Sie verdreifachte die Zahl der Mitarbeiter und verfünffachte den Umsatz. Trotzdem musste die 42-jährige Managerin im letzten Frühling gehen: wegen «unterschiedlicher Auffassungen» bezüglich der Strategie, wie es hiess. «Diesen Entscheid habe ich verdaut, und ich gehe meinen Weg weiter», sagt sie selbstbewusst.

Paola Ghillani kam 1963 als drittes von vier Kindern einer italienischen Gastarbeiterfamilie zur Welt. Der Vater fand in den fünfziger Jahren als Maschinenmechaniker Arbeit in einer Baufirma im Wallis. Die Eltern arbeiteten hart, um den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Die eingebürgerte Paola Ghillani machte als ausgebildete Pharmazeutin Karriere im Management in der Pharmaindustrie. Als sie die Stellenausschreibung von Max Havelaar in der Zeitung sah, wusste Ghillani sofort, dass sie dort einsteigen wollte. «Es war schon immer mein Ziel, die Lage der Menschen zu verbessern», erklärt sie. Im Jahr 2000 wurde sie vom World Economic Forum zum «Global Leader of Tomorrow» gewählt.

Heute, rund fünf Monate nach ihrem Abgang bei Max Havelaar, ist Paola Ghillani motivierter denn je: «Ich gründe eine Firma, die Unternehmen berät, wie sie nachhaltig und sozial verantwortlich mit Erfolg wirtschaften können.»

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