«Waldemar Froschs fast einzige, beste Chance wäre, eine geregelte Arbeit nachweisen zu können», schlussfolgerte der Beobachter Ende August (siehe Artikel zum Thema «Niederlassung: Fristgerechtes Adieu»). Damals waren die Aussichten des 61-Jährigen nicht rosig: Dem Deutschen, der seit 1961 unbescholten in der Schweiz lebt, drohte die Ausweisung – weil er Termine für die Verlängerung seiner Niederlassung verpasst hatte.

Kurz vor der Ausweisung erhielt Frosch einen Brief mit folgendem Angebot: «ein Dauerarbeitsplatz zu anständigen Bedingungen». Absender: Horst Wunsch, Geschäftsführer der Technaflon AG in Münsterlingen. Beobachter-Leser Wunsch, selber ein seit langem in der Schweiz lebender Deutscher, kommt heute noch die Galle hoch: «Eine Katastrophe, mit dem Mann so umzuspringen.»

Im Oktober hat Frosch bei der Kaminfirma angefangen und fühlt sich «einfach nur glücklich». Doch Ruhe hat er nur auf Zeit: Das Thurgauer Ausländeramt hat ihm vorerst eine Kurzaufenthaltsbewilligung für ein Jahr erteilt. Um in dieser Frist klare Verhältnisse zu schaffen, kann er auf die Unterstützung seines Chefs zählen, der seinen neusten Angestellten nicht mehr hergeben will: «Der kann einfach alles.»

Quelle: Peter Schönenberger