Der Registerhai bietet einzelnen Kunden 2500 Franken Entschädigung an. Im Schreiben wird angekündigt, dass die Firma eine neue Geschäftsführung habe, die die entstandenen Umtriebe der Kunden bedauere.

Die Offerte machte «B und P», kurz nachdem die Oberstaatsanwaltschaft Schwyz Anklage ge­gen die Firmenverantwortlichen Marc Christoffel und Markus Blöchliger-Bortolini erhob. Die Anklage wirft ihnen gewerbsmässigen Betrug in über 60 Fällen vor. «B und P» dreht seit Jahren Kleinbetrieben nutzlose Einträge ins Verzeichnis www.chtelefon.ch an.

Neue Rechnungen versandt

Die Behauptung, dass mit dem Angebot ein Schlussstrich unter die Fälle gezogen und mit einer neuen Geschäftsleitung ein Neuanfang gemacht werde, muss aber bezweifelt werden. So ging das Angebot nur an jene Kunden, die eine Strafanzeige eingereicht haben. Zudem sitzt mit Christoffel einer der zwei Angeklagten weiterhin in der Geschäftsleitung.

Vor allem aber führt «B und P» unbeirrt ihre Geschäftspolitik weiter und versandte auch im Mai neue Rechnungen für wert­lose Interneteinträge. Chris­toffel wollte dazu nicht Stellung nehmen. Er erklärte bloss: «Wir kommunizieren laufende Einigungsverhandlungen nicht über die Medien.» 

Pikantes Detail: Der Anwalt von «B und P», Fred Rueff, der das Entschädigungsschreiben aufgesetzt hat, arbeitet im Büro von Ständerat Bruno Frick. Dieser hatte 2010 einer Gesetzesänderung zugestimmt, mit der man besser gegen Registerhaie vorgehen kann.