Auf der Suche nach einem Verdienst stösst Karl Koller auf die Firma Herbalife. Nach einigen Informationsabenden unterschreibt er einen Vertrag mit dem internationalen Direktvertreiber. 6000 Franken zahlt er, um die Produkte an Lager zu haben, die er künftig verkaufen soll. Sein Vermittler versichert ihm, er könne jederzeit vom Vertrag zurücktreten. Das investierte Geld erhalte er in diesem Fall vollumfänglich zurück.

Tags darauf widerruft Karl Koller den Vertrag. Trotzdem bekommt er von Deutschland eine Warensendung und später sogar Gratulationsbriefe zu seinem Beitritt zu Herbalife – als ob er nie gekündigt hätte. Sein Geld aber erhält er nicht zurück. Nach einem halben Jahr mit Briefen und Telefonen trifft ein Check ein, jedoch bloss für gut 5000 Franken.

Zermürbt wendet sich Karl Koller an den Beobachter. Dieser findet im Vertrag zwar den Hinweis, dass bei einer Kündigung eine Bearbeitungsgebühr abgezogen werde. Uber deren Höhe aber steht nichts. Und Herbalife hat auch keine Abrechnung geschickt.

«Behält Herbalife tatsächlich fast 1000 Franken?», fragt der Beobachter bei Herbalife an. Nach zwei Monaten trifft die Antwort ein: Karl Koller erhalte «aus Kulanz» einen Check für den Restbetrag. Was daran kulant ist, bleibt allerdings unklar. Denn Herbalife äussert sich weder zum Versprechen des Vermittlers noch zum Vertrag mit Koller.

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