• Anzahl Beschäftigte: 16
  • Jahresumsatz: keine Angaben
  • Branche: Bau
  • Gründungsjahr: 2001

«Auf dem Flughafen Zürich sind wir zurzeit sehr intensiv beschäf­tigt. Jedes Jahr müssen dort Pisten- und Rollbahn­elemente ersetzt werden, 2010 wird das erstmals mit einem Spezialbeton von Concretum gemacht. Für die ­Arbeiten steht nachts ein Zeitfenster von etwa fünfeinhalb Stunden zur Verfügung. In dieser Zeit müssen die alten Platten herausgerissen, neue Armierungen gelegt werden, es muss neu betoniert und die Ober­fläche behandelt werden – und der Beton muss hart genug sein, damit um fünf Uhr früh der ­erste Jumbo über die Piste rollen kann, ohne Spuren zu hinterlassen. Mit unserem Beton gelingt das sehr gut. Denn er wird ­innert einer halben Stunde hart, vorher ist er zirka 80 Minuten verar­beitbar. Bisherige Systeme bringen das nicht hin. Normaler Beton braucht zwei Tage, um hart zu werden.

Stefan J. Meier, 38, operativer Direktor und CFO

Quelle: Sonderegger / Cortis

Die Branche ist eher konservativ und Innovationen gegenüber nicht immer sehr aufgeschlossen. Dieser Umstand bringt eine spezielle Schwierigkeit mit sich, nämlich die verantwortlichen Personen im Bauunternehmen von den Vorteilen der Innova­tion zu überzeugen. Das war eigentlich die ganz grosse Herausforderung, die wir meistern mussten.

Anzeige

Unser Spezialbeton ‹Q-Flash› wurde auf die spezifischen ­Bedürfnisse des Flughafens ­Zürich hin entwickelt. Wir haben in Embrach ZH ein Forschungs- und Entwicklungslabor, in der Nähe eines Betonwerks. ­Mein Partner Giovanni Martinola ist Werkstoffingenieur. Er kennt alle Zemente, Rohstoffe, Chemikalien und Abbindungsverfahren, um einen solchen Prozess gezielt beeinflussen zu können.

Die Rohstoffe von ‹Q-Flash› sind frei auf dem Markt erhältlich – die Rezeptur bleibt unser ­Geheimnis. Mit Hilfe eines Patent­anwalts haben wir diese ebenso geschützt wie unsere anderen Spezialbetons. ‹D-Zero› ist ein Beton, der nicht reisst; ein Bauwerk wird dadurch sehr dauerhaft. Der Hauptvorteil von ‹C-Dry› ist die schnelle Trocknung: Was normalerweise sechs ­Wochen dauert, kann unser ­Beton in 48 Stunden.

Concretum ist ein Spin-off der ETH Zürich, 2001 von vier Partnern gegründet. Am Anfang ­waren wir eine reine Beratungsfirma. Unser erstes Projekt war die Instandsetzung des Schön­eichtunnels in Zürich mit einem selbst­verdichtenden Beton. ­Dieser wurde zwar komplett von uns entwickelt, aber wir berieten nur, unser Produkt war die Dienst­leistung. Lesley Spiegel, die damalige Direktorin der Stiftung Technopark, riet uns vor vier Jahren dazu, ins Produktegeschäft zu wechseln. Sie meinte, wir sollten unser Know-how ‹besser verpacken›. Also begannen wir von vorn, indem wir ­einen komplett neuen Businessplan entwarfen und Investoren suchten – die wir auch fanden.

Anzeige

Im Moment ist der Fokus auf dem Schweizer Markt, im kommenden Jahr aber wird sich das ändern. Wir sind im Gespräch mit möglichen Partnern, mit ­denen wir das internationale ­Geschäft aufbauen wollen. Der Flughafen Zürich ist unser Pilotprojekt – doch weltweit gibt es zirka 500 Flughäfen, die das gleiche Problem haben.»