Registerhaie sind erfinderisch. Der «Regionale Wirtschaftsdienst» etwa verschickte einen Fax, in dem die Adressaten, meist Gewerbetreibende, mit ihrer Unterschrift bestätigen sollten, dass sie einen bestehenden Inseratevertrag nicht weiterführen wollten. Wer das tat, ohne das Kleingedruckte zu lesen, dürfte überrascht gewesen sein, dass ihm wenig später eine Rechnung über knapp 7000 Franken ins Haus flatterte: für vier Inserate in einer «Bürger-Info-Broschüre», die in einer Miniauflage von 500 Exemplaren irgendwann irgendwie irgendwo verteilt werden soll.

Rund 800 Personen beschwerten sich letztes Jahr beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) wegen unlauterer Geschäftspraktiken, allein 530 von ihnen wegen «Adressbuchschwindels»: Firmen werden dazu verleitet, sich in ein angebliches Branchenregister eintragen zu lassen. Der vermeintlich kostenfreie Eintrag entpuppt sich dann als teurer Vertrag. Solchem Treiben sagt das Seco nun den Kampf an.

Ein Fall für die Polizei
Vorbeugen ist besser als heilen. «Lesen Sie auch das Kleingedruckte aufmerksam und in aller Ruhe durch», rät das Seco in seiner neuen Informationsbroschüre «Vorsicht vor Adressbuchschwindlern!». Auch sollen keine Verträge mit Agenten abgeschlossen werden, die in ihrer Visitenkarte nebst der Firma, in deren Namen sie handeln, nicht auch persönliche Koordinaten angeben.

Wer einem Registerhai auf den Leim gegangen ist und getäuscht wurde, kann sich wehren. «Bezahlen Sie die Rechnung nicht und fechten Sie den Vertrag unverzüglich mit eingeschriebenem Brief an», empfiehlt das Seco. Ein Schreiben genügt; die nachfolgende Korrespondenz des Anbieters kann ignoriert werden. Bei einer Betreibung soll innert fünf Tagen Rechtsvorschlag erhoben werden. Gegen Adressbuchschwindler kann beim Polizeiposten ein Strafantrag wegen irreführender Werbung gestellt werden. Es ist dann Sache der Polizei, den Antrag an die zuständige Strafbehörde weiterzuleiten.

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