«Wir haben beide an der ETH Physik studiert und uns dort kennen­gelernt. Schon damals war uns klar, dass wir eine ­eigene Firma gründen wollten. Als einzige Stu­denten unseres Jahrgangs besuchten wir die Vorlesungen von Branco Weiss zum Thema Unternehmens­gründung und -aufbau.

Damals stiess man auf Skepsis, manchmal gar Ablehnung, wenn man sagte, man wolle eine Firma gründen. An der ETH hatten wir zusammen mit unse­rem Professor einen Feuchtigkeitssensor entwickelt, der kleiner war und leistungsfähiger als bestehende Modelle. Aber er funktionierte noch nicht zuverlässig. Es brauchte viel Entwicklungs­arbeit, ihn zu perfektionieren.

1998 gewannen wir mit unserem Konzept den ‹Venture›. Der damals zum ersten Mal vergebene Preis zeichnete vielversprechen­de Jungunternehmer aus. Der Preis war für uns ein wichtiger Motivator. Sehr wichtig war auch das Startprojekt mit der Förderagentur KTI.

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Die Idee für ein Produkt und das Konzept für eine Firma sind nur der Anfang. Die eigentliche Arbeit beginnt danach – und die Durststrecke. Ein Dienstleistungs­unternehmen kann sich Schritt für Schritt vergrössern, ein Hightechunternehmen aber braucht viel Geld, lange bevor ein marktfähiges Produkt vorhan­den ist. Als wir Umsatz zu machen begannen, beschäftigten wir schon rund 30 Mitarbeitende.

Als Unternehmer muss man ­bereit sein, das ‹Tal des Todes› zu durchschreiten, das zwischen der Idee und dem erfolgreichen Produkt liegt. Es gibt immer wieder schlechte Nachrichten, und man muss den Markt hart erkämpfen. Das war auch bei uns so. Trotzdem möchten wir alle an­gehenden Unternehmer ermuntern, diesen Weg zu wagen. Man darf keine falsche Scheu haben. Das ist aus unserer Sicht das grösste Problem für Innovation in der Schweiz. Wir glauben zu wenig an unsere Fähigkeit, kommende Probleme zu lösen.

Seit acht Jahren wächst unsere Firma jedes Jahr um mindestens 30 Prozent. Wir setzen Mass­stä­be in der Sensortechnik, unsere mil­lio­nenfach produzier­ten Sensoren werden in alle Welt exportiert. In den letzten Jahren entstanden Vertriebsniederlassungen in den USA, Japan, China, Südkorea. Die Sensoren finden etwa Verwendung in der Gebäude- oder der Automobiltechnik.

Ganz wich­tig an der Innovation: immer dranbleiben. Erste Kon­kur­renten haben nun Nachahmerprodukte entwickelt, wir sind aber mindestens eine Genera­tion voraus. Innovation braucht hervorragende Mitarbei­ter und ein inspirierendes Umfeld, wo sie sich entwickeln können.»

Sensirion

  • Anzahl Beschäftigte: 200
  • Jahresumsatz: keine Angaben
    Branche: Sensortechnik
  • Gründungsjahr: 1998
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