«Philippinen. Facharbeiter gesucht. Gute Verdienstmöglichkeit. Unterkunft vorhanden.» Für Hansueli Flückiger kam das Inserat in der «Berner Zeitung» wie gerufen. «Meine Frau stammt aus den Philippinen. Nachdem sie neun Jahre lang mit mir in der Schweiz gelebt hatte, wollte ich mich revanchieren», sagt Flückiger.

Der 55-jährige Sachbearbeiter aus Bern nahm mit dem Inserenten Kontakt auf und erhielt prompt eine Zusage. Kurz darauf lagen Miet- und Arbeitsvertrag vor, die er unterschrieben an die Firma auf den Philippinen schickte. Das Paar löste seine hiesigen Arbeits-, Miet- und Versicherungsverträge auf. Die beiden überwiesen über 3000 Franken an die Vermittlungsfirma – für Flugtickets, Visa und Mietzinse. Ihrem Glück schien nichts mehr im Wege zu stehen.

Doch das Inserat war eine Finte. Die Firma gibt es zwar, und die Wohnung auf den Philippinen existiert. Nur: Der Kontaktmann hatte Firmennamen und Wohnungsadresse missbräuchlich verwendet – und löste sich nach der Geldüberweisung in Luft auf. «Da er mich sicher achtmal anrief und wir Mailkontakt hatten, habe ich keinen Verdacht geschöpft», sagt Flückiger.

«Sobald Vorschüsse verlangt werden, sollte sich ein gesundes Misstrauen einstellen», sagt Marc Henauer vom Bundesamt für Polizei. «Ausserdem kann man sich bei Auslandsgeschäften vorher bei der jeweiligen Botschaft informieren.» Für Flückiger kommt der Rat zu spät. Seinen alten Posten durfte er zum Glück wieder übernehmen. Doch der Job seiner Frau, die Wohnung und das Geld sind weg.

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