Die Lehre haben sie abgeschlossen, doch dann stehen viele von ihnen auf der Strasse: Mit sechs Prozent belegt die Gruppe der 20- bis 24-Jährigen eine traurige Spitzenposition in der Arbeitslosenstatistik.

«Nach der Lehre haben Jugendliche oft Mühe, eine Stelle zu finden», bestätigt Emil Giezendanner, Leiter des Beratungs- und Informationszentrums für Aus- und Weiterbildung in Kloten. Also möchten sie wissen, ob im gelernten Beruf mit einer Zusatzausbildung eine Chance winke oder ob ein Berufswechsel angestrebt werden müsse. Fragen, die sie oft nicht allein beantworten können.

Doch professioneller Rat ist seit Anfang Mai teuer – jedenfalls im Kanton Zürich: 80 Franken für die erste Stunde und 170 Franken für jede weitere müssen junge Erwachsene ab dem 20. Altersjahr für Beratungsgespräche zahlen. Zu viel, sagen mehrere Leiter von Zürcher Berufsinformationszentren (BIZ) und treten vehement dafür ein, dass Ratsuchende erst ab 26 Jahren zur Kasse gebeten werden. Aus Angst vor möglichen Folgen wollen die Kritiker aber nicht genannt werden.

Hinzu kommt eine weitere Rationalisierungsmassnahme, die neben den Schul- und Lehrabgängern auch alle anderen Ratsuchenden treffen wird: Von neun BIZ sollen sechs geschlossen werden – unter anderem auch jenes in Kloten. Einzig in Zürich, Winterthur und Uster sollen die Beratungsstellen bestehen bleiben.

«Das gefährdet unsere regional abgestützte Zusammenarbeit mit dem Gewerbe und mit der Schule», ist der Stellenleiter eines betroffenen BIZ überzeugt. Die ohnehin schwierige Lehrstellensuche werde so noch schwieriger. «Stimmt nicht», kontert Christine Luchsinger von der kantonalen Bildungsdirektion. «Die grossen Zentren arbeiten kostengünstiger. Zudem werden die Berufsberater vermehrt in den Schulen präsent sein.» Das Ganze sei keine Sparübung, sondern ein gezielter Umgang mit knappen Mitteln.

Tatsächlich? Es sei festzuhalten, schreibt der Zürcher Regierungsrat in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage, «dass auch die Berufsberatung in der angespannten finanziellen Situation einen Sparbeitrag zu leisten hat».

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