17-07-Schmid.jpg

Therese Schmid: Der Schwiegervater betreut die Kinder


Therese Schmid arbeitet heute mit einem halben Pensum als Immobilienverwalterin. Damit ist die 42-Jährige wieder in die Branche zurückgekehrt, in der sie nach der Geburt ihres ersten Kindes schon einmal Fuss gefasst hatte. Ihre Stelle als kaufmännische Angestellte hatte Therese Schmid nach der ersten Geburt aufgegeben. Doch ihr Mann übernahm gerade privat ein paar Häuser zur Verwaltung, und als ihm dies zu viel wurde, sprang sie ein. Eigentlich schätzte sie den vielseitigen Kontakt zu Unternehmen, Mietern und Eigentümern sehr. Nur: «Die Mieterinnen und Mieter riefen fast rund um die Uhr bei mir an.» Dazu kam die Geburt des zweiten Kindes. Und so gab Therese Schmid das Mandat nach einiger Zeit wieder ab und machte zwei Jahre lang eine berufliche Pause. Schliesslich suchte sie aber wieder eine Ergänzung zur Familienarbeit und wagte im Büro eines Lebensmittelbetriebs mit 30 Prozent den Wiedereinstieg. Nach und nach konnte sie dort auf 40, dann auf 50 Prozent aufstocken. Sechs Jahre blieb sie diesem Betrieb treu. Dann bewarb sie sich auf diverse Stelleninserate, bis sie zu jener kleinen Immobilienverwaltung kam, wo es ihr heute sehr gut gefällt. Die Kinder werden während ihrer Arbeitszeit vom Schwiegervater betreut: «Eine bereichernde Beziehung für die ganze Familie.»


17-07-Ganz.jpg

Verena Ganz: Neue Nahrung für den Kopf gesucht


Obwohl Verena Ganz ihre Arbeit bei der Bank gern aufgegeben hat, geriet sie nach fünf, sechs Jahren Muttersein in ein Loch. Als «neue Nahrung für den Kopf» wollte sie zunächst an einem privaten Bildungsinstitut die Matur nachholen. «Doch mit den kleinen Kindern benötigte ich stets sechs Wochen für das vierwöchige Lernpensum.» Die Berufsberaterin riet ihr daraufhin, «Nägel mit Köpfen» zu machen - hinauszugehen und zu arbeiten. «Aber ich hatte noch nicht den Mut dazu.» Also schloss Verena Ganz nochmals eine Fernschule ab, eine Schreibschule. Danach heuerte sie bei einer Regionalzeitung als Journalistin an. Die Bezahlung war zwar spärlich, doch die Arbeit gab ihr so viel Selbstvertrauen, dass sie nach einiger Zeit von einem Weiterbildungsinstitut als Fachredaktorin angestellt wurde. Zunächst für einen Tag pro Woche. Inzwischen sind daraus fünf geworden, und die 52-Jährige arbeitet dort heute als vollangestellte Marketingverantwortliche.


17-07-Baldegger.jpg

Käthi Baldegger: Und plötzlich drückt Mami wieder die Schulbank


Bei Käthi Baldegger, 43, kam alles wie zugeflogen. Eigentlich hatte sie gar nichts gesucht. Als Familienfrau mit ihren beiden damals 8- und 13-jährigen Buben fühlte sie sich ganz wohl. Zwei Stunden pro Woche half sie in der Ausleihe der Gemeindebibliothek mit - und plötzlich kam die Anfrage, ob sie die Bibliotheksleitung übernehmen wolle. So führt sie nun das Team von sechs Frauen, beschafft Bücher, erledigt die Lohnangelegenheiten, organisiert Lesungen und hat auch mal eine schlaflose Nacht, wenn der Computer aussteigt und in der Bibliothek das Chaos droht. Im Moment ist das ein 20-Prozent-Job, aber er wird sich wohl noch ausbauen lassen. «Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so etwas machen werde», sagt die gelernte Damenschneiderin. Entsprechend musste sie das Bibliothekshandwerk zuerst lernen. Nach einem ersten Grundkurs in der Zentralbibliothek in Zürich gab es zunächst eine anderthalbjährige Pause, in der die neue Bibliothekarin Buch um Buch las. Dann begann der halbjährige Aufbaukurs mit zwei Kursabenden pro Woche. Käthi Baldegger: «Meine Kinder fanden das ganz lustig, dass ihre Mutter nun auch wieder in die Schule gehen und lernen musste.»

Anzeige