• Wer ein Jobangebot hinter einem Chiffreinserat, einem Postfach oder einer Auslandsadresse verstecken muss, hat meist etwas zu verbergen. Die Chance, dass dahinter ein seriöses Angebot steckt, ist gering. Also melden Sie sich erst gar nicht.

  • Je verlockender ein Angebot, desto grösser ist die Gefahr, dass es einen Haken hat: Sie müssen zum Beispiel überteuerte Ware an Lager nehmen, auf der Sie sitzen bleiben, oder diese neu angeworbenen Verkäufern andrehen. Oder Sie müssen zuerst Geld bezahlen, um Informationen zu erhalten. Also Finger weg: Niemand verschenkt etwas! Werden Sie besonders misstrauisch, wenn für einen Job keine Vorkenntnisse erforderlich sind und Ihnen in kurzer Zeit ein hoher Verdienst zugesichert wird. Damit werben vor allem Strukturvertriebe. Hier verdient man an den eigenen Verkäufen und an jenen der selbst angeworbenen Agenten. Kaum ein Neueinsteiger erreicht aber auch nur annähernd das in Aussicht gestellte Spitzensalär.

  • Informieren Sie sich genau, welche Tätigkeit der Job umfasst: Welche Waren oder Dienstleistungen müssen Sie verkaufen? Wie gut ist deren Qualität? Wie wird das Angebot vertrieben? Sie sollten voll und ganz hinter dem Angebot und dem Vertriebssystem stehen können. Schliesslich haben Sie Ihren Ruf und Ihre Freunde – die potenziellen Kunden – zu verlieren.

  • Tolle Produkte und Dienstleistungen allein bringen noch keinen Verdienst, wenn sie niemand benötigt. Klären Sie also vorgängig ab, ob es überhaupt eine Marktchance, das heisst Käufer und Käuferinnen, gibt.

  • Erkundigen Sie sich, ob und in welchem Umfang Sie für den Job ausgebildet werden und was die Schulung kostet. Der Einstieg ist oft durch einen Lehrgang zu erkaufen, der sich als teuer und unbrauchbar erweist. Meist geht es nur um Verkaufs- und nicht um Produkteschulung. Ohne Fachkompetenz werden Sie aber keinen Job seriös ausüben können.

  • Die meisten als «selbstständige Erwerbstätigkeit» angepriesenen Jobs akzeptiert die AHV nicht als solche. In diesem Fall sind Sie rechtlich gesehen Angestellte, profitieren aber weder von den Vorteilen eines Arbeitnehmers (Sozial- und Arbeitsrechtsschutz) noch von den Vorteilen eines Selbstständigerwerbenden (wirtschaftliche Unabhängigkeit und unternehmerische Freiheit). Dennoch tragen Sie das volle unternehmerische Risiko.

  • Hände weg von Tätigkeiten, die Ihnen auch nach «eingehenden Erklärungen» völlig unverständlich bleiben und bei denen Sie nicht nachvollziehen können, wie damit Geld zu verdienen ist! Hände weg auch von Firmen, die nur mündliche Versprechen abgeben, aber keine Unterlagen!
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