Logistikspezialist Philippe Mendoza hat - Zivilschutz sei Dank - Erfahrung im Rechen von Magerwiesen. Hätte er sich nicht meist berufshalber vom Dienst dispensieren lassen müssen, wäre er wohl auch geübt in Verkehrseinweisung und im Aufstellen von Zelten und Festwirtschaftsgarnituren. In Therwil BL musste ein Bachbett geputzt und - weils doch grad in einem ging - eine angrenzende Bauparzelle von Ästen befreit werden. Auch ein Skirennen war dabei und ein rundes Jubiläum der Gemeinde Oberwil BL.

Als Mendoza Anfang 2006 anlässlich einer Gewerbeausstellung wieder einmal für eine «gemeinnützige» Aufgabe aufgeboten wurde, reichte es dem 34-Jährigen: Er verweigerte kurzerhand den Dienst, mit der Begründung, dass dieser ja nichts mit der Ausbildung zur Bewältigung von Katastrophen zu tun habe. «Gefragt waren billige Arbeitskräfte, um die defizitären Anlässe nicht noch schlechter dastehen zu lassen», schreibt er in seiner Beschwerde an den Leiter des Amts. «Dabei bin ich keineswegs ein Gegner des Zivilschutzes», betont Mendoza. «In Basel hatte ich Einsätze geleistet, die absolut sinnvoll und lehrreich waren.»

Das Amt für Bevölkerungsschutz ging «aus formalen Gründen» nicht auf seinen Protest ein, wogegen Mendozas Anwalt Beschwerde einreichte. Der Kommandant seinerseits drohte mit rechtlichen Konsequenzen und sogar mit Gefängnis. Mittlerweile ist der Fall beim Regierungsrat Basel-Landschaft hängig. Philippe Mendoza, dessen Anwaltskosten sich bereits auf rund 6'000 Franken belaufen, denkt nicht ans Aufgeben: «Notfalls gehe ich bis vor Bundesgericht.»