Dass Mineur kein Beruf für Weich­eier ist, weiss man. Doch nur wer selber mit Hammer und Meissel versucht, dem harten Gestein ein paar Millimeter abzutrotzen, ahnt, wie hart die Arbeiter seit 1684 tief im Berg hinter Bex VD chrampfen mussten. Erschaffen haben sie ein Labyrinth aus kilometerlangen Stollen und Schächten.

Der geführte Rundgang ist eine Reise in die Vergangenheit des Bergbaus: Die Besucher sehen Gerätschaften aus unterschiedlichen Zeiten, etwa eine riesige hydrau­lische Pumpe von 1888, die noch immer läuft, und sie lernen verschiedene histo­rische Abbaumethoden kennen. Es geht treppauf durch enge Gänge, vorbei an riesigen, in den Fels gehauenen Hallen – und auch an einem 215 Meter tiefen Schacht, an dem ab 1743 unter grösster Kraftanstrengung 26 Jahre lang gegraben wurde – leider umsonst, Salzwasser fand man nicht.

Kinder können kleine Grubenwagen schieben, Erwachsene sich selber im Bergbau versuchen und alle vom extrem salzigen Wasser kosten, das aus einem Brunnen sprudelt: Auf einen Liter Wasser enthält es 300 Gramm Salz.

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Nichts für Leute mit Platzangst

Mal stinkts von einem nahen Schwefel­reservoir nach faulen Eiern, mal weht eine Raclette-Fahne von der Felskantine der Mineure vorbei, doch insgesamt ist die Luft dank den vielen Schächten erstaunlich gut, die Temperatur mit konstant 17 Grad angenehm. Trotzdem ist der Besuch der Mine, in der jährlich 30'000 Tonnen Salz abgebaut werden, nicht jedermann zu empfehlen: Wer an Platzangst leidet, dem kommt die anderthalb Kilometer lange Fahrt in den kleinen Wagen des Grubenzugs, in dem sich die Besucher richtiggehend zusammenkauern müssen, wohl ewig vor.

Quelle: Les Mines de sel de Bex

Anreise: Mit den SBB bis Bex (Linie Lausanne–Brig), ab dort entweder in gut einer Stunde zu Fuss (als Wanderweg beschildert) oder mit dem Taxi (20 Franken pro Weg) zum Mineneingang. Eine Viertelstunde Fussmarsch vom Salzbergwerk entfernt gibt es zwar eine Haltestelle («Les Dévens», an der Buslinie Bex–Fenalet-sur-Bex), doch verkehren die Busse nur unregelmässig. Mit dem Auto den braunen Wegweisern «Mines de Sel» folgen, Parkplätze beim Eingang.

Besichtigung: Nur mit Führung. Je nach Jahreszeit und Wochentag starten die Touren zu unterschiedlichen Zeiten, Voranmeldung empfehlenswert (Telefon 024 463 03 30). Samt Tonbildschau in einem 1826 heraus­gesprengten Solereservoir, Fahrt mit dem Grubenzug und Rundgang durchs Stollen­labyrinth dauert die Besichtigung zwei Stunden. Achtung: Tiere sind nicht zugelassen.

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Mehr Infos: www.mines.ch