Erst recht entlang der Kleinen Emme. Hier, am Höhe- und Schlusspunkt der Wanderung von Wolhusen nach Entlebuch, hat der Fluss im Lauf von Jahrhunderten eine Landschaft geformt, die im Winter, mit Schnee und Eis, am besten zur Geltung kommt. Mal lieblich, mal dramatisch, und das ganz nah beieinander. Eine zarte Auenlandschaft mit kleinen Sümpfen, wenige Meter weiter eine riesige Gerölllandschaft: Resultat einer Überschwemmung vor fünf Jahren. Mal ist der Fluss durch Verbauun­gen gezähmt, begradigt, verbaut – mal lässt ihm der Mensch wieder Raum, weil renaturierte Flussläufe besser vor Hochwasser schützen. Dieser Prozess lässt sich entlang der Kleinen Emme auf wenigen Kilometern nachvollziehen.

Der Weg folgt dem Fluss mal in der Talsohle, mal den Fels entlang auf einem ­schmalen Holzsteg. Und schon ist eine riesige Glasfassade in Sicht: ein Bürogebäude, dessen Ausmasse so gar nicht in das enge Tal passen. Es ist das Schweizer Versandzentrum, von wo aus diverse Firmen die per Telefon oder Internet bestellten Waren an die Kundschaft ausliefern. Von da sinds nur noch wenige Treppenstufen hinauf bis zum Bahnhof Entlebuch.

Quelle: Fredy Joss

An-/Rückreise: Per Bahn von Bern, Luzern oder Langenthal nach Wolhusen. Der Uferweg ist ab da signalisiert. Wer den verkehrsreichen ersten Abschnitt auslassen will: Postauto Richtung Romoos bis Neuemsern-Rossei. Bei der Brücke flussaufwärts dem Wanderweg folgen. Bis Bahnhof Entlebuch dauert die Wanderung rund zwei Stunden – wer noch weiter will, geht bis Hasle (plus 40 Minuten) oder bis Schüpfheim (nochmals 50 Minuten) weiter, wo die Züge (Strecke ­Luzern–Langnau–Bern) ebenfalls halten.

Wanderung: Im Bereich der Einmündung der Fontanne steigt der Weg etwa 100 Meter steil an, herunter gehts dann auf einer Holztreppe, die rutschig sein kann. Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind unabdingbar.

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Einkehren: Restaurants gibts in Wolhusen und Entlebuch. Unterwegs hält zudem ein kleiner Kühlschrank (mit einem Geldkässeli) Getränke für die Wanderer bereit.

Tipp: Die Wanderung lässt sich (vorzugs­weise im Sommer) kombinieren mit Gold­waschen in der Fontanne (zum Beispiel unter www.napfgolderlebnis.ch) und/oder einem Besuch im Kambly-Fabrikladen in Trubschachen, wo es die bekannten Guetsli viel günstiger gibt als im Detailhandel.