Wenn es Sie bloss irgendwie und lediglich ein bisschen stört, ist das Ganze wohl nicht der Rede wert. Sind Sie hingegen wirklich verärgert, dann ist es angebracht, wenn Sie das Thema ansprechen und Ihrem Unmut nicht mit Begriffen wie «ein bisschen» oder «irgendwie» die Luft rausnehmen. Sagen Sie, was Sache ist! In der Regel soll man zwar nicht ungefragt Kritik üben, aber Änderungen von unerwünschtem Verhalten kann man jederzeit verlangen. Dies muss allerdings sachlich und angemessen geschehen: Das störende Verhalten soll beschrieben und nicht bewertet werden. Ansonsten stossen Ihre Aussagen auf Gegenwehr.

Wie im Fussball ist bei jeder Kritik und jedem Feedback immer auf den Ball - und nicht auf den Mann - zu zielen. Mit anderen Worten: Nicht die Persönlichkeit des anderen soll kritisiert werden, sondern sein Verhalten. Auch Verallgemeinerungen sind prinzipiell zu vermeiden - «nie», «immer» oder «ständig» geschieht praktisch nichts im Leben, deshalb ist es sinnvoll, wenn Sie sich auf einzelne Begebenheiten konzentrieren. Seien Sie also konkret, nicht allgemein. Ansonsten zählt Ihr Gegenüber zu seiner Verteidigung gleich die Ausnahmen auf, und man führt einen Monolog statt einen Dialog.

Nicht mit grobem Geschütz auffahren
Oft ist man versucht, für andere zu reden. Durch Worte wie «das finden andere auch» fühlt sich das Gegenüber jedoch quasi von einem Heer angegriffen. Eine Kritik soll kein Angriff sein, und am Ende soll es weder Sieger noch Verlierer geben. Ihr Gegenüber wird Ihre Worte deshalb mehr zu Herzen nehmen, wenn Sie nur von Ihren eigenen Wahrnehmungen sprechen und nicht zum Sprachrohr von «man» oder «allen» werden.

Jede Kritik und jedes Feedback soll darüber hinaus wohlwollend sein. Bevor Sie also etwas sagen, sollten Sie sich genau überlegen, warum Sie überhaupt etwas sagen: Wollen Sie auf den Putz hauen oder liegt Ihnen daran, dass das Miteinander besser geht?