Samstagmorgen, die Kinder schon längst wach wollen endlich wissen, was auf dem Tagesprogramm steht. Anders als den Erwachsenen ist ihnen egal, dass es regnet, und das schon den vierten Tag in Folge. Künftig braucht das auch Eltern nicht zu kümmern: Einige Tipps für Ausflüge, die nicht viel kosten und bei schlechtem Wetter Spass machen.

 

  • Forschen und «gruseln»: Wer den örtlichen Zoo schon auswendig kennt, kann wie Kevin Müller aus Bern mit seinem Sohn als Alternative einen Besuch im Naturhistorischen Museum in Betracht ziehen. Zwischen ausgestopften Tigern und Nilpferden können sich die kleinen Forscher unter den Kindern Vogelstimmen anhören oder Dutzende exotischer Frösche begutachten. Für jene, die sich gerne ein wenig «gruseln», gibt es auch jede Menge Tierskelette zu bestaunen, und selbst einjährige Babys kommen nicht zu kurz: Die auf Knopfdruck abhörbaren Tierstimmen wecken bei dieser Altersgruppe grösstes Interesse. Das Naturhistorische Museum in Bern bietet noch mehr: Im Stil des New Yorker «Museum of Natural History» sind viele der präparierten Tiere in grossen Schaukästen, sogenannten Dioramen, vor einem naturalistisch gemalten Hintergrund ausgestellt.
     

 

  • Freie Bahn der Reiselust: Liebt es auch Ihr Kind, im Bahnhof ein und ausfahrende Züge zu beobachten? Doch statt zum wiederholten Mal einfach nur zum heimischen Bahnhof zu gehen, lässt sich das ganz nach dem Motto «Der Weg ist das Ziel» auch mit einer kleineren Reise verbinden, etwa zum nächstgrösseren oder auch kleineren Bahnhof, zu dem man naheliegenderweise am besten mit dem Zug fährt. Mehr Abenteuer bringt diese Art des Reisens, wenn man Abwechslung schafft: Vielleicht gibt es eine Seilbahn in der Nähe. Oder man fährt ab Bahnhof mit dem Bus an einen See, nimmt das nächste Kursschiff und geniesst während der Fahrt das Mittagessen.
  • Ausflug in die Literatur: Neue Welten eröffnen sich Kindern auch in Büchern. Ist in Ihrer Nähe eine gut eingerichtete KinderLeseecke vorhanden, ist ein Ausflug dorthin ein ideales Schlechtwetterprogramm. Schmökern, in Bücher eintauchen, Bilder anschauen. Ein Ort, der einen auf neue Ideen bringt.
  • Versteckis zwischen fremden Möbeln: Spannend für kleinere Kinder ist ein Besuch im Brockenhaus. Hier lässt sich prima Verstecken spielen zwischen den vielen Möbeln, Truhen, Tüchern und Kleidern. Es hat Bücher und Spielsachen, und die Kinder können sich zu all den Gegenständen, die hier zusammenkommen, Geschichten ausdenken. Zauberer, Geister und Feen scheinen hier zu hausen. Wenn die Eltern dann auch noch etwas kaufen, dürften die Besitzer des Ladens besonders geduldig mit dem Nachwuchs sein.

    Eine Variante dazu: Hanspeter Wirth aus Baden geht mit seinem fünfjährigen Sohn bei schlechtem Wetter in den Baumarkt. Dort werden zuerst einmal ausgiebig Maschinen bestaunt und Werkzeuge begutachtet. Die zwei überlegen sich, wofür man die verschiedenen Materialien brauchen kann, und kaufen zum Schluss für einen kleinen Betrag ein paar Dinge ein. Zu Hause wird dann gesägt, geschraubt und gemalt, und es entsteht ein Schiff, ein Flugzeug oder sonst etwas, wovon man gerade träumt.
  • Bewegte Bilder: Auch im Kino kann man natürlich Geschichten erleben, einige Kinos bieten am Nachmittag Kinderfilme an. Oder Sie lassen sich von einem Theaterstück verzaubern, wie Kunsttherapeutin Dina Scagnetti es oft mit ihren beiden Kindern macht. Es gibt vielerorts Kindertheater, oder die Theater haben spezielle Kinderprogramme. Falls Sie kurzfristig noch Plätze ergattern können, ist eine Theatervorstellung sicher ein grossartiges und bleibendes Erlebnis.
  • Stille Bilder: Selbst für Kunstbanausen ist ein Ausflug ins Kunstmuseum mit Kindern spannend. Ob ganz naturalistisch gemalte Tiere, Menschen mit skurrilen Gesichtern oder Installationen aus verschiedensten Materialien: Die ausgestellten Bilder und Objekte regen die Phantasie an und machen Lust, selber einmal kreativ zu werden. Viele Museen bieten auch Führungen für Kinder an oder veranstalten Malateliers.

    Die Schweiz verfügt darüber hinaus über unzählige regionale Ausstellungsräume. Von der Schaukäserei über das beschauliche Ortsmuseum bis zur spektakulären Dinosaurierausstellung findet man fast alles und überall gibt es etwas zu lernen, staunen oder lachen.
  • Ordentlich austoben: Beliebt sind auch Indoor-Spielplätze wie das «Nilpfi» in Solothurn, ein grosser überdachter Kinderspielplatz für Familien mit Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren. Von Ballspielen, Puppenhäusern, Kletteranlagen bis zu Eisenbahnen und Brettspielen: Alles ist vorhanden und den Kindern würde es in Anbetracht des Riesenangebots kaum etwas ausmachen, wenn es noch eine Woche lang durchregnen würde.

    Für ältere und wagemutige Kinder und Jugendliche bieten sich Skateparks an. Solche Hindernisparcours für Rollbrettfahrer finden sich über die ganze Schweiz verteilt häufig ist in diesen Sportcentern auch noch eine Kletterhalle, ein Beachvolleyballfeld oder eine Kartbahn zu finden.
  • Apropos Sport: Kennen Sie die Möglichkeiten für sportliche Betätigungen in Ihrer Nähe? In vielen Wohnsiedlungen stehen zum Beispiel Pingpongtische bereit oft sind sie überdacht. Ein Turnier mit Freunden eignet sich bestens, überschüssige Energie loszuwerden. Und wenn die Freunde schon mal da sind: Warum nicht kurzfristig den Spielplatz in die Wohnung verlegen? Natürlich herrscht danach Chaos, aber dafür ist der Nachwuchs am Abend dann so müde, dass er übliche Verzögerungstaktiken oder Gebrüll vor dem Zubettgehen ganz vergisst und seinen Eltern damit am Ende dieses Regentages vielleicht das grösste Geschenk macht.
Anzeige

Buchtipps

  • «Kids 1001 Ausflüge für die ganze Familie»; Editions Plus, 7. Auflage, 2007, 616 Seiten, Fr. 49.50
  • Sarah Renold : «Motivierte Kinder - zufriedene Eltern». Tipps und Ideen zum Spielen, Lernen und Helfen; Beobachter-Buchverlag, 2006, 120 Seiten, Fr. 24.- Abonnenten: Fr. 20.-