Gebannt suchen die Augen den Pfannenboden ab. Für Sekunden setzt der Atem aus, dann schallt ein Freudenschrei durch die Tiefe der Schlucht: «Gold!» Der Fund ist zwar klein wie Fliegendreck, aber das Flitterchen glitzert blendend grell.

Goldwaschen in den Bächen des Napfgebiets ist ein Erlebnis der einsamen Art und setzt Erfahrung, Übung und etwas Glück voraus. Anfänger, die auf Nummer Sicher gehen wollen, lassen sich von einem professionellen Goldwäscher in die Geheimnisse des Schüttelns und Schwingens der mit Kies gefüllten Pfanne einweihen.

«Bei mir geht niemand leer aus», versichert Goldwäscher Stefan Grossenbacher aus Beckenried bei einer Exkursion zur Grossen Fontanne. Tatsächlich: Wer mit dem «Chinesenhut», wie die Waschpfanne auch heisst, auf keinen grünen Zweig kommt, findet mit der Waschrinne bestimmt sein Glück: Die rund einen Meter lange, schleusenähnliche Schiene wird in der Strömung festgemacht und eine Stunde lang mit Kies voll geschaufelt. Während das Gestein weggespült wird, bleiben die Goldblättchen zurück. Gold ist nämlich achtmal schwerer als Kiesgestein. Das physikalische Gesetz der Erdanziehungskraft ist beim Goldwaschen das Mass aller Dinge.

Nach dem ersten Erfolgserlebnis ist ein Schub von Goldfieber nicht auszuschliessen. Ein Kinkerlitzchen Waschgold misst zwischen 0,1 und 3 Millimetern, 1500 bis 3000 Blättchen ergeben ein Gramm Gold. Der Weisheit letzter Schluss stammt von den amerikanischen Goldgräbern aus der Mitte des vorletzten Jahrhunderts: «Gold is where you find it.» Gold liegt dort, wo man es findet.

Anzeige

Adresse und Infos

Ausgangspunkt: Ab Wolhusen zwischen Doppleschwand und Romoos, Postautohaltestelle Brüggweid.

An diversen Stellen des Flusses kann man sich bei einem Sitzbad erfrischen.

Ausrüstung: Das Zubehör steht zur Verfügung. Mitzubringen sind Stiefel, Ersatzkleider sowie ein Picknick.

Tageskurs: 60 Franken für Erwachsene, 35 Franken für Kinder (6 bis 16 Jahre)

Anmeldung: www.goldsuchen.ch