In der Ausgabe 23 des Beobachters von 1950 fanden die Leserinnen und Leser nicht nur einen Text über die üblen Geschehnisse in der freiburgischen Anstalt Bellechasse und eine Abhandlung über ein Madonnenbild von Giovanni Bellini, sondern auch die erste von acht Folgen eines Romans, der heute als Weltliteratur gilt: «Der Richter und sein Henker» von Friedrich Dürrenmatt. Der damals 28-jährige Familienvater war froh um den Auftrag, den ihm die Herren Dr. Emil Koenig und Hermann Schneider von der Redaktion gegeben hatten. Dürrenmatt sagte später im Film «Dürrenmatt – eine Liebesgeschichte» von Sabine Gisiger, er habe damals 1000 Franken bekommen.

Auch wenn die Tage der Literatur in den meisten Zeitschriften Vergangenheit sind: Auf der Bühne ist das Erbe der Schweizer Literatur gegenwärtig. Der Verein Schluchttheater Ligerz inszeniert das Werk «Der Richter und sein Henker» von Dürrenmatt, dessen Todestag sich am 14. Dezember zum 25. Mal jährte.

Noch brisanter als vor 65 Jahren

Der Verein zeigt den Krimi im Berner Seeland, wo der Schriftsteller den Roman geschrieben hat. Als Basis dient die bei Diogenes erschienene Theaterfassung von Deborah Epstein.

In 20 Aufführungen wird sich auch hier zeigen, weshalb «Der Richter und sein Henker» ein Stück von internationaler Reichweite geworden ist: Krankhafter Ehrgeiz, Konflikt zwischen Arbeitnehmer und Vorgesetztem, Doppelbödigkeit und Verzweiflungssuizid sind Themen, die heute, 65 Jahre nach dem ersten Erscheinen des Krimis, vermutlich noch aktueller sind als 1950.

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Leseangebot: Zum Spezialpreis zu «Dürrenmatt am Tatort»

Wieso musste der Berner Polizist Schmied sterben? Wer hat ihn ermordet? Wie reagiert sein Chef, der kauzige Kommissär Bärlach? Und was hat dies mit dem dubiosen, weltmännischen Spieler Gastmann aus Lamboing zu tun?

Sie können der Lösung des Falls beiwohnen, und zwar am Tatort, das heisst ganz genau da, wo Dürrenmatt den weltberühmten Krimi vor über 65 Jahren geschrieben hat und wo er zum grossen Teil auch spielt: In Schernelz oberhalb des Bielersees.

Als Beobachter-Leser profitieren Sie von CHF 10.- Rabatt pro Ticket.

Tickets bestellen unter www.richterundhenker.ch/tickets. Bitte geben Sie den Code Schernelz an, um von diesem Leserangebot profitieren zu können. Die Anzahl der rabattierten Tickets ist pro Bestellung und insgesamt beschränkt.

11.8 bis 10.9 2016, Festiguet, Schernelz ob Ligerz

Quelle: Keystone .