Kichernde Mädchen laufen kreuz und quer durcheinander. Katharina Kiniger begrüsst eines nach dem andern mit Handschlag. Zusammen mit zwei Kolleginnen leitet sie die Meitliriegen der Primarschule Wettswil, und das schon seit sieben Jahren.

Einige Mädchen kommen später, doch das macht nichts. Die Kletterstangen verkürzen die Wartezeit. Schuhe und Socken ausgezogen, und los gehts: Einem Äffchen gleich kraxelt die achtjährige Lea hoch bis zur Decke, die gleichaltrige Nathalie schafft es immerhin bis zur Mitte. Die ein Jahr jüngere Adriana begnügt sich mit den untersten Reihen. Die anderen spielen lieber Fangis.
20 Mädchen sind angemeldet. «Das Meitliturnen ist sehr begehrt, vor allem bei den Kleinen. Etwa die Hälfte der Mädchen der ersten beiden Schulklassen treffen sich hier regelmässig», erzählt die Leiterin. Sie ist froh, dass Sina, Elena und Lorena aus der 6. Klasse sie auch heute wieder beim Turnen mit der quirligen Schar unterstützen. Inzwischen sind die anderen Mädchen eingetroffen.

«Buben können nicht verlieren»

Fehlen den Mädchen denn die Buben gar nicht? «Nein», rufen alle im Chor. Warum hat es denn hier keine Buben? «Weil es Meitliriege heisst», meint Nathalie, und Adriana erklärt: «Meitlisport ist nur für Meitli.» War ja auch eine blöde Frage.

Der zwölfjährigen Sina gefällt es ohne Buben. «Wir müssen ja schon in der Schule zusammen turnen. Buben können nicht verlieren und benehmen sich dann blöd. Bei den Meitli ist das nicht so», meint sie.

Nach dem Stafettenlauf wird geübt für die Vorführung an der Chilbi im August. Disziplin und Durchhaltewillen sind gefragt. Den Anfang der Show beherrschen sie schon ganz gut. Doch bis alles sitzt, brauchts noch viel Arbeit. «Noch einmal, dann gibts Mattenlauf», ruft die Leiterin. «Hurra!» Jetzt klappt die Schrittfolge einwandfrei.

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Dann helfen alle, die Matten zu verteilen, zwei Gruppen werden gebildet. Elena und Lorena zählen die Punkte. Aber wer gewinnt, ist egal Hauptsache, Werfen, Fangen und Rennen. Bald ist die Stunde wie im Fluge um. Tschüss, bis zum nächsten Mal!