Die Blumen kamen im Mai, und zwar von höchster Stelle. In seiner Antwort auf eine Interpellation von SP-Nationalrätin Pascale Bruderer lobte der Bundesrat das Programm Midnight Basketball (MB) als «sehr sinnvoll, weil es in einem kombinierten Ansatz Aspekte von Integration, Gewaltprävention und Jugendarbeit verbindet».

Schöne Worte, die eine seit 1999 anhaltende Erfolgsgeschichte untermauern: In mehr als 50 Gemeinden werden am Samstagabend die Turnhallen geöffnet und der Jugend für Sport und Musik zur Verfügung gestellt. Das Angebot, 2006 von über 30'000 Besuchern genutzt, bietet Jugendlichen eine Alternative zum Herumhängen und hält sie von Vandalismus oder Suchtmittelkonsum ab. Die weitere Verbreitung der MB-Idee droht nun aber abgewürgt zu werden. Verantwortlich dafür ist ausgerechnet der Bund. Dessen Massnahmenplan zur Integrationsförderung sieht ab 2008 eine Konzentration der Mittel auf Sprach- und Bildungsprojekte vor. Dagegen entspricht «Midnight Basketball inhaltlich den Kriterien für eine Finanzierung nicht mehr», so Jonas Montani, Sprecher des Bundesamts für Migration.

Gestrichen werden die Anschubfinanzierungen von rund 20'000 Franken, die bisher an interessierte Gemeinden gingen. «Damit verschwindet ein zentrales Argument, um das Angebot an neuen Standorten zu etablieren», sagt MB-Geschäftsleiter Robert Schmuki. Auf der Kippe stünden etwa die Vorhaben in Pratteln BL oder Littau LU, beides soziale Brennpunkte - «das macht es besonders tragisch».

Quelle: Midnight Network