Vorsicht, diese Wanderung könnte politisch werden! Denn seit der Katastrophe von Fukushima herrscht zwar ein breiter Konsens darüber, dass unsere Zukunft nicht in der Atomkraft liegt. Doch wann können die «Erneuerbaren» in die Lücke springen? Und sind wir bereit, Abstriche beim Landschaftsschutz zu machen, um beispielsweise neue Solar- und Windkraftwerke zu erstellen?

Diskussionen und Eierschwämme

Diskussionsstoff rund um solche Fragestellungen ist reichlich gegeben, wenn man sich auf den Sentier découverte im Berner Jura begibt. Der Erlebnispfad auf dem Plateau oberhalb des Städtchens St-Imier verbindet das Sonnenkraftwerk Mont-Soleil, eine Photovoltaikanlage mit 4575 Quadratmetern Solarzellen, mit den 16 Windturbinen am Mont-Crosin.

Entlang des weitgehend flachen Wanderweges stehen elf Informationstafeln zu den Themen Energie, Umwelt, Fauna und Flora. Kern der Sache sind aber natürlich die zwei Kraftwerke: Beide Anlagen bieten Führungen an und ermöglichen so eine spannende Innenansicht von zukunftsträchtigen Energieträgern.

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Naturliebhaber könnten mäkeln, dass die geballte «grüne» Energie in Form der schwarz glänzenden Solarpanels und der riesigen Windmühlen wie die Faust aufs Auge in die tatsächlich sehr grüne Jura­landschaft passt. Stimmt schon, aber das ist dann wohl ein Kompromiss für die Energiezukunft, um die es an diesem Ort letztlich geht. So lautet jedenfalls das Fazit der Diskussion, als sich die Wandergruppe in der Auberge du Vert-Bois den frischen Eierschwämmen zuwendet.

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Quelle: Guy Perrenoud

Anreise: Mit Zug oder Auto bis Saint-Imier (via Biel), dort mit der Standseilbahn hinauf aufs Plateau von Mont-Soleil.

Wanderung: Von der Bergstation der Seilbahn zum Sonnenkraftwerk (20 Min.), über den Erlebnispfad zum Windkraftwerk (60 Min.), weiter bis zur Auberge du Vert-Bois (20 Min.), mit dem Bus nach Saint-Imier.

Führungen: Dauer: 1 Stunde; Auskunft und Reservation: Telefon 0844 121 123; E-Mail: infojura@bkw-fmb.ch; Preis: 70 Franken für Gruppen bis zehn Personen. Internet: www.espace1to1energy.ch