Der Schnee knirscht, die Huskys hecheln, der Mensch schweigt: ergriffen von der Natur rundherum und eins mit dem Tier vor ihm. Die kräftigen Hunde legen sich mächtig ins Geschirr. Jeder Husky ist durch ein etwa zwei Meter langes Seil mit dem Hüftgurt eines Schneeschuhläufers verbunden – so kommt die Gruppe selbst bergauf zügig voran.

Das Husky-Trekking ist der Renner unter den alternativen Winteraktivitäten, die der Veranstalter Fischer Adventures anbietet: «Schneeschuhlaufen ist inzwischen nichts Spezielles mehr, kombiniert mit den Hunden ist das Ganze dann aber wieder ein ganz neues Erlebnis», erklärt Inhaber Stefan Fischer, der mit seinen eigenen Hunden arbeitet und seit rund 20 Jahren im Geschäft ist.

Komfortzone gegen Natur tauschen

Die Tourismusvereine haben ebenfalls gemerkt, dass man mit aussergewöhnlichen Aktivitäten Gäste gewinnen kann. Und so hat heute praktisch jede Destination ein spezielles Angebot im Programm. «Immer mehr Gäste möchten etwas Einzigartiges und Unvergessliches erleben und ausprobieren», sagt Véronique Kanel von Schweiz Tourismus. Der Gast von heute will nicht mehr nur eine Woche lang Ski fahren: «Es sind zunehmend Erlebnisse gefragt, die Gelegenheit bieten, die Natur intensiver zu entdecken», sagt Kanel.

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Dabei zeigt sich die Natur gar nicht immer von ihrer schönen Seite: Beim Eisfischen gibt es schnell kalte Hände und Füsse. Die Huskys ziehen auch an der Leine, wenns runtergeht. Und das Iglubauen wird äusserst mühsam, wenn der Schnee zu pulvrig ist. Solche Schwierigkeiten werden von abenteuerlustigen Gästen jedoch als Herausforderungen betrachtet. Sie verlassen ihre Komfortzone gern – und werden dafür mit bleibenden Eindrücken belohnt.

Chance für kleine Winterorte

Auch die Tourismusregionen selbst bleiben so in guter Erinnerung: «Gerade für kleinere, weniger bekannte Destinationen sind einzigartige Angebote ein Weg, den Bekanntheitsgrad zu steigern», sagt Pressesprecherin Kanel.

Besonders innovativ war im vergangenen Winter Kandersteg mit seiner Belle-Époque-Woche. Die Idee war so einfach wie bestechend: eine Woche lang leben wie vor 100 Jahren. Damals war Kanderstegvor allem bei Briten beliebt, wovon die historische Bausubstanz noch heute zeugt. Etwa ein Drittel des 1200-Seelen-Dorfes beteiligte sich am Projekt Belle-Époque: Die Dorfbewohner kleideten sich möglichst zeitgemäss, die Schule veranstaltete eine Projektwoche zum Thema, und selbst der Pöstler war in der Uniform von anno dazumal unterwegs. Auf dem Programm für die Gäste standen derweil Nostalgiesport, Bridgeturniere, Teatime – und als krönender Abschluss der Jahrhundertball im Hotel Victoria Ritter. Das Projekt war ein voller Erfolg, hat dem Bergdorf viel Medienecho beschert und wurde sogar für den Tourismuspreis Milestone nominiert. So erstaunt es nicht, dass die letzte Woche im Januar 2011 unter demselben Motto steht.

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Klicks und Tricks zur besten Wahl

Trotz grossem Medienecho im Fall von Kandersteg: Als erlebnishungriger Ausflügler hat man es zuweilen nicht einfach, die speziellen Angebote aufzustöbern. Auf den Websites der einzelnen Tourismusregionen muss man sich oft durchklicken, bis man sie entdeckt. Einen guten Service bietet Schweiz Tourismus: Auf der Website der Dachorganisation sind unter dem Stichwort Erlebnisperlen rund 60 spezielle Winteraktivitäten beschrieben.

Ein anderer Weg führt über Veranstalter, auf die man bei der Stichwortsuche im Netz stösst. Oft organisieren sie die speziellen Aktivitäten nicht selbst, sondern vermitteln bloss. Viele richten sich an Gruppen oder haben sich sogar auf Teamevents für Firmen spezialisiert.

Die Angebote haben zum Teil stolze Preise. Günstiger kommt es, wenn man nicht via Agentur, sondern gleich direkt beim Anbieter bucht – sofern man ihn ausfindig machen kann.

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Keine Lust zum Surfen? Kein Problem: Auf den folgenden Seiten finden sich ausgewählte Aktivitäten mit Kurzbeschrieb und Kontaktinformationen.

Mit Huskys kann man nicht nur Schlitten fahren, sondern auch schneeschuhlaufen. Aber Achtung: Der Vierpfotenantrieb hilft zwar beim Aufstieg, läuft beim Abstieg aber ebenfalls auf Hochtouren – und das Bremsen braucht dann zuweilen ganz schön Kraft.

Anbieter:


Kosten
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Ab 98 Franken pro Person plus 25 Franken pro Husky mit Material und Fondue

Ökofaktor:

Dieser Antrieb benötigt kein Benzin, bloss Streicheleinheiten.

Übernachten im Iglu ist inzwischen fast schon so normal wie Schlafen im Stroh.Ein richtiges Abenteuer wird das Ganze jedoch, wenn man sein Schneehaus selber baut. Für die günstige Variante holt man sich eine Bauanleitung im Internet, fürs sichere Gelingen schliesst man sich einem Führer an. 

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Anbieter:


Kosten:

Zwischen 0 und 265 Franken, inklusive Vollpension und Material

Ökofaktor:

Eine Touristenunterkunft, die ausserhalb der Saison sicher nicht leersteht.

Genug vom Pistenrummel und trotzdem Lust auf Skifahren? Dann ist Skijöring genau das Richtige. Bei dieser Sportart lässt man sich von einem Pferd ziehen. Die Herausforderung dabei liegt in engen Kurven – die das Pferd locker schafft, während man selber mit der Fliehkraft kämpft. 

Anbieter:


Kosten:

Ab 25 Franken pro halbe Stunde, ohne Skiausrüstung

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Ökofaktor:

Benötigt anstatt Strom bloss ein paar Hüs und etwas Hafer.

Bob-, Schlitten- oder Skifahren sind für Erlebnistouristen nichts Spezielles. Führt man diese Sportarten jedoch wie vor 100  Jahren aus, bekommt das Ganze eine abenteuerliche Note. Möglich ist die Zeitreise in Kandersteg: Die Ferienregion lässt in der letzten Januarwoche die Belle Époque aufleben – also jene Zeit, in der die feine Gesellschaft die Berge für sich entdeckte und ihre ersten Fahrversuche auf Wintersportgeräten machte.  

Anbieter:


Kosten
:

Einfache Tagesaktivitäten ab 5, pompöser Ball im Hotel Victoria Ritter 150 Franken

Ökofaktor:

Für einmal braucht man garantiert keine neue Winterausrüstung.   

Eine Dosis Adrenalin gefällig? Dann ab auf die Schanze in Marbach. Hier können sich alle, die richtig abheben möchten, unter kundiger Anleitung und allen erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen im Skispringen probieren. Dass die tatsächliche Sprungweite von der gefühlten in der Regel gehörig abweicht, tut dem persönlichen Spass keinen Abbruch. 

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Anbieter:


Kosten:

15 Franken, ohne Skiausrüstung

Ökofaktor:

Funktioniert ohne Kerosin. 

Cool im wahrsten Sinne des Wortes ist Eistauchen im Lac Lioson bei Les Mosses. Nach einer Schneeschuhwanderung bis auf 1850 Meter über Meer steigt man durch eines von drei Löchern in das türkisblaue Nass des eiskalten Bergsees, wo einem garantiert der Atem stockt – je nach Veranlagung wegen der eisigen Kälte oder der surrealen Stimmung unter dem Eis. 

Anbieter:


Kosten:

Auf Anfrage (Tauchbrevet obligatorisch)

Ökofaktor:

Tauchen in Les Mosses produziert sicher weniger CO2 als ein Flug ans Rote Meer. 

Kein Handicap? Kein Problem. Wintergolf kann man auch ohne Platzreife spielen – im Schnee sind die Regeln nämlich nicht ganz so streng, das Spielen dafür umso unterhaltsamer. Und die Bälle sind bei der winterlichen Variante nicht weiss, sondern schön farbig. 

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Anbieter:


Kosten:

Ab 25 Franken pro Person

Ökofaktor:

Das Weiss benötigt keinen Dünger, und die Clubhäuser sind vielerorts aus Schnee.

Es muss ja nicht immer Action sein. Auch am Bohrloch stehen und auf den grossen Fang warten kann ein grossartiges Erlebnis sein. Denn beim Eisfischen muss man für einmal innehalten, kann vielleicht gerade deshalb richtig abschalten und sich dabei ganz auf die Natur einlassen. Und mit etwas Glück zieht man eventuell sogar einen richtig schweren Brocken raus.

Anbieter:


Kosten:

Ab 30 Franken, inklusive Tagespatent

Ökofaktor:

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Garantiert bio. 

Das Snowbike, meint man, sei eine Ausgeburt der Moderne. Aber in Grindelwald gibt es solche Gefährte schon seit rund 100 Jahren. Der sogenannte «Velogemel» ist aus Holz, fährt anstatt auf Rädern auf Kufen und wird gerade wiederentdeckt. 

Infos:


Kosten:

15 Franken pro Tag

Ökofaktor:

Ein durch und durch regionales Produkt.

Schlittschuh laufen und für einmal nicht im Kreis fahren? Das ist zum Beispiel auf der Skateline Albula möglich. Die rund drei Kilometer lange Strecke führt auf einem vereisten Wanderweg durch einen märchenhaften Winterwald. Dank der leichten Neigung erreicht man ohne Zutun bald ein flottes Tempo – was dann vor allem in den Kurven lustig wird

Anbieter:


Kosten:

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Zutritt zu den Seen gratis, Skateline 8 Franken pro Fahrt

Ökofaktor:

Skateline und Sihlsee sind gut mit dem Zug erreichbar.

Das Pistenfahrzeug steuern, in einer Gourmetküche kochen oder bei der Pistenkontrolle mithelfen? Diverse Destinationen bieten solche Mitmachprogramme an, bei denen die Gäste für einmal die Seite wechseln – und dabei ganz neue Erfahrungen machen.

Anbieter:


Kosten:

Ab 45 Franken

Ökofaktor:

Hier wird für einmal nicht nur konsumiert, sondern auch angepackt.

Wer es lieber nicht zu sportlich möchte,den mag vielleicht die Aussicht auf ein kulinarisches Erlebnis in den Schnee locken. Der Klassiker unter den Wintergerichten ist natürlich das Fondue, das man in Schönried samt Zubehör im Rucksack entgegennimmt und dann auf einer Wanderung unter freiem Himmel geniesst. Es gibt jedoch auch Exqui-siteres – wie etwa die kulinarische Winterwanderung im Val Lumnezia mit Stopp in drei verschiedenen Gaststätten.

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Anbieter:


Kosten:

Ab 18 Franken

Ökofaktor:

Auf den Tisch kommen nur saisongerechte Produkte aus der Region.

Manchmal machen die einfachsten Dinge am meisten Spass. Im Berner Oberland zum Beispiel ist es das Skibockfahren:Diese Art des Schlittelns erinnert ans Einradfahren, ist aber zum Glück leichter zu erlernen. Die eigentliche Knacknuss kommt vor dem Draufsitzen, denn in Adelboden baut man das Gefährt aus einem abgesägten Ski und ein bisschen Holz eigenhändig zusammen – dank kundiger Leitung auch für Leute zu schaffen, die keine Handwerker sind. 

Anbieter:


Kosten:

80 Franken, 200 Franken mit Nachmittagsskipass und Fondue

Ökofaktor:

Recycling in seiner aufregendsten Form.   

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Mediterrane Lebensart, kombiniert mit eisigen Temperaturen: Das ist Eisstockschiessen – auch Winterboccia genannt.Im Gegensatz zum Curling braucht man bei diesem Sport weder eine präparierte Bahn  noch einen Besen, sondern bloss eine freie Eisfläche und ein paar Eisstöcke – rund vier Kilogramm schwere Teller, die mit einem Stiel versehen sind.

Infos:


Kosten:

Ab 20 Franken pro Person

Ökofaktor:

Ein Vergnügen, das keine Energie braucht – und wenn doch, dann kommt sie aus der Thermosflasche. 

Rasantes Tempo, hohe Sprünge und scharfe Kurven: Wer das liebt und trotzdem keine Skilifte mag, liegt mit Snowkiten richtig.Bei dieser noch jungen Sportart lässt man sich auf den Skiern oder dem Snowboard von einem Drachen ziehen. Könner schaffen Geschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde und fallen mit akrobatischen Einlagen auf.

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Anbieter:


Kosten:

Grundkurs ab 195 Franken pro Tag ohne Skiausrüstung

Ökofaktor:

Ist zwar noch materialintensiver als konventionelles Skifahren, dafür aber garantiert ohne Atomstrom.

Nicht nur Sibirische Huskys lassen sich vor den Schlitten spannen, auch einheimische Hunde spielen mit. Der «Bernhardiner-Express» ist zwar eher ein Bummler, aber gerade deshalb bei Kindern sehr beliebt.Sie fassen rasch Vertrauen zu den gutmütigen Kuschelmonstern und haben mehr Spass am Streicheln als am Tempobolzen.

Anbieter:


Kosten
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Bis 6 Jahre gratis, bis 16 Jahre 9 Franken, Erwachsene 45 Franken

Ökofaktor:

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Seit es Lawinenverschütteten-Suchgeräte gibt, sind Bernhardiner praktisch arbeitslos. Gibt man ihnen einen Job, erhält man die Art.