«Jetzt nehmts doch locker – und trinkt noch ­einen Kaffee», versucht uns die Bedienung von Adi’s Skibar zu verführen. Doch wir bleiben standhaft und lassen die Beiz links liegen. Schliesslich sind wir erst vor 15 Minuten bei der Bergstation First oberhalb von Grindelwald ­gestartet. Und wir wissen: Je später wir hier am Südhang unterwegs sind, desto weicher wird der Schnee und entsprechend mühsamer gestalten sich die gut 500 Höhenmeter Aufstieg zum Gipfel des Faulhorns.

Von dort startet die mit 15 Kilometern ­längste Schlittelpiste Europas bis hinunter nach Grindelwald. Also stapfen wir den präparierten Winterwanderweg weiter und haben schon bald Sessel- und Gondelbahnen hinter uns gelassen. Mit dem gut fünf Kilo schweren Sport­rodel im Schlepptau sind wir gemächlich unter­wegs. So haben wir die Musse, der Umgebung die verdiente Beachtung zu schenken. Auf einer aperen Bergflanke entdecken wir rund 15 Gämsen. Und beim ­Bachalpsee geht der Blick über die gefrorene Wasserfläche hinüber zu den ­wilden Gipfeln des Wetterhorns, Schreckhorns und Finster­aarhorns, die zum Unesco-Welterbe «Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch» gehören.

Bald wird der Weg steiler. Beim Gassen­boden, auf gut 2500 Metern, bläst ein beissender Wind. Hier erweitert sich das Panorama um ­Eiger, Mönch, Jungfrau, Tschingelhorn und Schilthorn. Wir sind ergriffen. Eine Aussicht liegt vor uns, so einzigartig, wie es die «Mona ­Lisa» in der Welt der Kunst ist. Deren Beschreibung übrigens auch auf dieses Panorama passt: verführerisch und kalt zugleich, unvergleichlich schön und doch irgendwie abweisend. ­Zuoberst, auf dem 2680 Meter hohen Faulhorn, öffnet sich der Blick zudem noch in Richtung Norden auf Thuner- und Brienzersee, Chasse­ral, Pilatus und Rigi.

Anzeige

Flitzen durch wildromantische Landschaft

Ab jetzt geht es nur noch abwärts. Wir flitzen durch eine wildromantische Schneelandschaft, in der – abgesehen von unserem Gekreische – vollkommene Ruhe herrscht. Etliche Spuren im Tiefschnee neben der Schlittelpiste verraten uns, dass wir nicht die Einzigen sind, die mit dem Lenken hin und wieder Mühe haben. ­Unterhalb des Restaurants Bussalp wird der Schnee nass und nässer, und am Ende der Piste, bei der Weidli-Bar, sind wir froh, unsere triefenden Hosen bei einem Kaffee von der Sonne trocknen lassen zu können.

Route: Zu Fuss ab Bergstation First bis Faulhorn in rund zweieinhalb Stunden; Schlittelweg Faulhorn–Bussalp–­Grindelwald/Weidli: 15 Kilometer. 

Tipp 2 – La Chaux-de-Fonds und Le Locle

Hinter den Fassaden der Häuser von La Chaux-de-Fonds und Le Locle verstecken sich viele Geschichten, die eng mit der Entstehung der beiden Uhrenstädte im vorletzten Jahrhundert verwoben sind. Eine professionell geführte Rundtour bringt den Besuchern nicht nur die Geschichte der beiden Orte und die einmalige Symbiose von Uhren­industrie und Stadtplanung näher, sondern führt auch zu Schätzen, die den Touristen sonst verborgen bleiben. (Bild: swiss-image.ch)

weitere Informationen

Quelle: Alex Buschor
Anzeige

Tipp 3 – Rhätische Bahn: Albula und Bernina

Das Bahnmuseum Albula liegt direkt beim Bahnhof Bergün an der berühmten Albulalinie der Rhätischen Bahn. Auf drei Geschossen und 1300 Quadratmetern Ausstellungs­fläche präsentiert es den Besuchern die ­Geschichte der Bahn. Besonderer Schwerpunkt ist die Zeit der Entstehung der Strecken über den Albula- und den Berninapass. Die abwechslungsreiche Ausstellung ergänzen Attraktionen wie der Fahrsimulator im original «Krokodil»-Führerstand, eine Modellwerkstatt, eine ­Kindertour und ein Schaudepot mit vielen Exponaten. (Bild: swiss-image.ch)

weitere Informationen

Quelle: Alex Buschor

Buchtipp

Schönste Schweiz!

Unterwegs zu den Schweizer UNESCO-Welterbestätten

Mehr Infos

Schönste Schweiz
Quelle: Beobachter Edition
Anzeige