Es ist unter anderem Franz Weber zu verdanken, dass das Lavaux heute in der ganzen Welt berühmt ist. Mit insgesamt drei Initiativen hat sich der Umweltschützer dafür eingesetzt, dass die von Weinbergterrassen und Winzerdörfern geprägte Kulturlandschaft geschützt wurde und von hässlichen Überbauungen verschont bleibt. Der Lohn für die Anstrengungen: Seit 2007 ist das Lavaux Unesco-Weltkulturerbe.

Die drei Sonnen

Weil sich die Schönheit des Lavaux am besten zu Fuss erfahren lässt, schnüren wir die Wanderschuhe. Wir können wählen, ob wir an einem bewölkten, unter Umständen sogar leicht regnerischen Tag oder an einem Hitzetag mit prognostizierten 30 Grad losziehen wollen – und entscheiden uns für Ersteres. Denn die Winzer rühmen «die drei Sonnen» des Lavaux nicht umsonst: In den Reben kann es sehr heiss werden, weil die Sonne den Hang optimal bestrahlt, der See die Sonnenstrahlen reflektiert und die Mauern die Wärme speichern.

Heute besteht diese Gefahr nicht: Die Wolken hängen so tief über dem Genfersee, dass die französischen Alpen nur teilweise zu sehen sind. Immerhin drückt die Sonne hinter den Wolken, als möchte sie ihrem Ruf alle Ehre machen, und es wird bald so warm, dass die Regenjacken im Gepäck verschwinden.

Im Zickzack durch die Rebberge

Die Route beginnt im malerischen Dörfchen Saint-Saphorin mit seiner hübschen Kirche aus dem 16. Jahrhundert und verläuft im Zickzack durch die Rebberge. Wir wandern auf einem kleinen asphaltierten Strässchen, das den Winzern als Zufahrt zu den Reben dient, immer den Wegweisern nach, in Richtung Cully.

Unterwegs lernen wir dank den Informationstafeln viel über den Weinbau: dass das Gras in den Rebbergen die Erosion des Bodens verhindert. Oder dass im Gebiet Dézaley 1200 Arbeitsstunden pro Hektar und Jahr notwendig sind, um die Terrassen zu erhalten, weil hier nur von Hand gearbeitet werden kann.

In Epesses buhlen über 30 Winzer um unsere Gunst, alle möchten uns in ihre Caves locken. Weise beschränken wir uns – und probieren unweit des pittoresken Dorfplatzes den Wein von Philippe Rouge, bevor es beschwingt über Grandvaux nach Lutry geht. Die Wanderung erfreut natürlich auch in umgekehrter Richtung; dann empfiehlt es sich,  sie in der Auberge de l'Onde in Saint-Saphorin (montags geschlossen) ausklingen zu lassen.

Route

St-Saphorin–Rivaz–Epesses–Riex–Grandvaux–Aran–Lutry

Distanz: 11 km

Dauer: 3 Std. 15 Min.

www.wanderland.ch

Buchtipp

Die 11 UNESCO-Welterbestätten stehen für die bedeutendsten Natur- und Kulturschätze der  Schweiz – ein Muss, sie gesehen und erlebt zu haben. Schon die Anreise kann zum Abenteuer werden, und mit den originellen Ausflugstipps des Freizeitführers wird aus dem Besuch der Stätten garantiert ein unvergessliches Erlebnis – für Familien, für Alt und Jung .

Usé Meyer und Reto Westermann: «Schönste Schweiz! – Unterwegs zu den Schweizer UNESCO-Welterbestätten»; Beobachter-Edition; 192 Seiten; CHF 32.–, für Beobachter-Mitglieder CHF 24.90

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Quelle: Andreas Gerth / SWISS-IMAGE.CH