Der Knabe hatte viel Glück. Mit grosser Wucht war das Seil eines Skilifts Anfang Februar im Berner Ferienort Lenk auf seinen Kopf geprallt. Der 13-Jährige kam mit einer offenen Wunde und einer Gehirnerschütterung davon. Der Hergang war schnell geklärt: Vor dem Jungen waren zwei Jugendliche gestürzt. Ihr Skiliftbügel schnellte in die Höhe und hebelte das Zugseil aus der Führung.

Ein Unfall, wie er jedes Jahr mehrmals vorkommt. Deshalb wendet sich das Interkantonale Konkordat für Seilbahnen und Skilifte mit einem Aufruf an die Bergbahnen. Die Unfallstatistik zeige, dass Stürze in Steilhängen grosse Folgen zeitigten; «die häufigsten Unfälle an Skiliften werden durch Seilentgleisungen verursacht». Die Betreiber müssten darauf achten, dass losgelassene Bügel nicht zu schnell in die Verankerung hochgezogen werden – sonst schlagen sie über das Zugseil und klinken dieses aus. Eine Warnung geht auch an die Sportler: Slalomfahrten auf dem Skilifttrassee und Aussteigen auf der Strecke sind häufige Ursachen für Unfälle.

Sessellifte ersetzen zunehmend die Schlepplifte. Die Sessel haben einen gewichtigen Vorteil: Unfälle wegen Fehlverhaltens sind seltener. Ungefährlich sind aber auch die Sessel nicht. So stellte in Österreich ein Betreiber kürzlich den Sessellift ab, obwohl eine Mutter mit zwei Kindern noch unterwegs war. Die Frau sprang ab. Bei ihrer Suche nach Hilfe holte sie sich aber schwere Erfrierungen.

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