Wer bei «Zug» bloss an Steueroase, Briefkastenfirmen und Kirschtorte denkt, liegt natürlich nicht ganz falsch. Aber Zug bietet mehr. Zum Beispiel viel Natur: Gemessen an der Fläche, gibt es hier schweizweit am meisten Hochmoore. Sechs Prozent der Kantonsfläche sind Naturschutzgebiet, 22 Hochmoore von nationaler Bedeutung zählen dazu. Eines davon liegt auf dem Zugerberg.

Von Zug-Schönegg aus gehts in einer nagelneuen Standseilbahn in sechs Minuten auf knapp 1000 Meter über Meer und 500 Meter über den Zugersee. Das Glasdach erlaubt eine spektakuläre Aussicht. Die im letzten Winter erneuerte Bahn ist auch rollstuhl-und kinderwagengängig.

Nach wenigen Minuten Fussmarsch auf der Hochebene Richtung Ewegstafel ist man mitten in der Moorlandschaft: einsame Birken und mächtige Tannen zwischen einer reichen Flora und Fauna. Auf den Weidepfaden wähnen wir uns fast in Schottland – jedenfalls wenn wir uns die gelben Wanderwegweiser wegdenken. Auch das prächtige Panorama mit Blick auf die Rigi und die Voralpen muss man für einen Moment ausblenden. Dann erlebt man Schottland vor der Haustür. Schade nur, kann der Zuger Kirsch nicht mit einem Single-Malt-Whisky mithalten.

Am Weg (oder auch direkt in gut zehn Gehminuten von der Bergstation aus erreichbar) liegt der Abenteuerspielplatz «Schattwäldli». Die ganz Jungen tollen in der Holzspielburg herum, die etwas Älteren an der Pneuseilbahn. Und für alle hats genügend Feuerstellen zum Bräteln und für viel Gemütlichkeit. Auch Toiletten und fliessend Wasser gibt es. Ein perfekter Ausflug für Familien.

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Quelle: Andreas Eggenberger

Anreise: Ab Bahnhof Zug mit Buslinie 11 zur Talstation Schönegg, ab dort mit der Zugerbergbahn (GA und Halbtaxabo gültig). Mit dem Auto ab Zug der Beschilderung folgen.

Wanderung: Mehrere Routen sind gut signalisiert, einige davon talwärts nach Zug, Walchwil oder Arth-Goldau. Einfach zu begehen ist der auf der Karte eingezeichnete Rundweg über kleine Strässchen und Wiesenpfade ab Bergstation via Ewegstafel–Hintergeiss­boden–Schattwäldli–Vordergeissboden zurück zur Bergstation. Das dauert (ohne Pause beim Aben­teuerspielplatz) eine Fünfviertelstunde.

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Rast: Restaurants bei der Bergstation sowie bei Hinter- und Vordergeissboden.