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Neues AusländergesetzEine zweite Chance für den Kindernachzug

Eine zweite Chance für den Kindernachzug
Bild: Getty Images

2008 ist das Jahr der zweiten Chance für eingebürgerte Eltern, die ein Kind im Ausland haben und dieses in die Schweiz holen möchten.

von Dominique Strebel

Egal, ob sie schon einmal erfolglos ein Gesuch um Familiennachzug gestellt haben, egal, ob sie zusammenleben: Bis Ende Jahr haben sie Anspruch, ihr Kind nachzuziehen. So steht es in den Übergangsbestimmungen zum neuen Ausländergesetz. Bedeutend ist dies für eingebürgerte Eltern, die getrennt leben. Bisher mussten sie nachweisen, dass sie die «vorrangige Beziehung» zum Kind haben. Dies entfällt bei einem Gesuch bis Ende Jahr.

«Fristgerechte Gesuche müssen bewilligt werden, auch wenn ein früheres Gesuch abgewiesen worden ist», meint Ausländerrechtsspezialist Marc Spescha. Zwar sagt Albrecht Dieffenbacher vom Bundesamt für Migration: «Das Bundesgericht hat in einem Urteil vom Dezember 2006 festgehalten, dass das neue Ausländergesetz keinen Anlass bietet, die bisherige Rechtsprechung in dieser Frage zu ändern.» Doch Spescha widerspricht: «Dieses Urteil ist höchstens bei verspätet gestellten Gesuchen von Belang. Gesuche, die bis Ende Jahr gestellt werden, sind fristgerecht und müssen also bewilligt werden.»

Nach dem Übergangsjahr 2008 wird der Familiennachzug wieder schwieriger. Einen Anspruch darauf haben eingebürgerte Eltern nur bis ein Jahr nach Einreise (bei Kindern über 12) oder bis fünf Jahre nach Einreise oder Geburt (bei Kindern unter 12).

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Veröffentlicht am 2008 M01 22