25_99_beofall.jpgAls Elisabeth Dufour (Bild) für vier Monate ins Spital musste, galt es ein Plätzchen für Gipsy, ihre Katze, zu finden. Nicole Ochsner, eine gute Freundin, übernahm den munteren Gast.

Gipsy fühlte sich offenbar schnell zu Hause und markierte fleissig das neue Revier. War die Gastgeberin ausser Haus, bearbeitete Gipsy mit scharfen Krallen Vorhänge und Ledersofa. Das Resultat: ein Schaden von 2200 Franken. Für die Haftpflichtversicherung von Frau Dufour ein Anlass, auf die Vertragsbedingungen hinzuweisen und den Schaden abzulehnen. Wer wie Frau Ochsner vorübergehend ein fremdes Tier hüte, werde zwar zur Tierhalterin und sei automatisch mitversichert, so die Elvia. Schäden an Person und Eigentum der Tierhalterin seien aber nicht gedeckt. Im Klartext: keine Deckung für Gipsys Spuren am Mobiliar der Freundin.

Elisabeth Dufour zahlte den Schaden vorerst aus dem eigenen Sack. Dann legte sie den Fall dem Beobachter vor. Dieser sah die Sache ganz anders. Ob nun Nicole Ochsner vorübergehend Halterin von Gipsy geworden sei oder nicht, spiele keine Rolle, befand der Beobachter. Tatsache sei, dass sie unentgeltlich einen Job übernommen und dabei Sachschaden erlitten habe. In solchen Fällen gewährt das Vertragsrecht Schadenersatz. Für die Versicherung war dieses Argument so neu, dass sie den Schaden kulant zahlte.

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