Mitte Mai hatte Jolanda Heule aus Herisau AR genug. Die Arbeitslose mit Zwischenverdienststelle als Taxifahrerin schickte ihrem Chef die Kündigung. «Ich kann meine Tätigkeit nicht ausführen, ohne geltendes Strassenverkehrsrecht zu missachten», begründete sie.

Der Vorwurf an den Taxibetreiber: Die Sicherheitsvorkehrungen in seinen Autos seien unzureichend. So fehlten die obligatorischen Freisprechanlagen oder die Kindersitze. Nach einigen vergeblichen Versuchen, die Mängel zu beheben, stieg die Teilzeit-Chauffeuse auf die Bremse: «Ich musste ständig mit Bussen rechnen und konnte die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr garantieren.»

Gute Gründe für einen Schlussstrich, sollte man meinen. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Appenzell Ausserrhoden sah das anders: Wer von sich aus eine zumutbare Stelle kündige, teilte das Amt mit, erfülle den Tatbestand einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit. Als Konsequenz sollte Jolanda Heule der Anspruch auf 17 Taggelder gestrichen werden, ein Einnahmeverlust von rund 1300 Franken.

Das wollte die 53-Jährige nicht hinnehmen. Unterstützt vom Beobachter, reichte sie Beschwerde ein. Und siehe da: In der Neubeurteilung sprach die Volkswirtschaftsdirektion von einem «tolerierbaren Grenzfall» die Taggelder wurden ausbezahlt.

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