«Eine Anlagefirma hat mich angerufen. Man bietet mir Aktien einer Firma an, bevor diese an die Börse geht», erzählt ein Rentner an der Beratungshotline des Beobachters. Au weia, denke ich – so beginnen Geschichten, bei denen Vermögen ausradiert werden. «Worum geht es denn genau?», frage ich nach.

«Um ein aussichtsreiches Unternehmen, das an Impfstoffen forscht. Ich kann mein Geld in kurzer Zeit verdoppeln», sagt der Ratsuchende.

Hoch riskante Investition

Das habe ich mir schon gedacht: «Finger weg! Ich kenne diese Biotech-Firma, die seit Jahren den Durchbruch verspricht, immer scheitert und daher ständig neue Mittel auftreiben muss», warne ich. «Investitionen in solche Jungfirmen sind hoch riskant. Zudem können Sie Aktien einer Firma, die nicht an der Börse ist, nur schwer verkaufen. Sie müssten selbst einen Abnehmer finden.»

«Ich habe aber das Zeichnungsformular bereits unterschrieben und eingesandt», sagt der Anrufer. Die Zeichnung sei bestätigt. Man habe ihm bereits weitere Aktien angeboten. «Das sollten Sie lieber lassen», sage ich.

«Aber ich habe doch erst für einen kleinen Betrag gezeichnet», beruhigt der Anrufer, und erklärt: «Eine Aktie wird zu Fr. 4.20 aus­gegeben.» – «Wie viele haben Sie denn gekauft?» – «Hunderttausend.»

Anzeige