«Beim Zähneputzen ist mir letzte Woche eine Krone rausgefallen», beginnt der Mann das Gespräch am Beratungstelefon. Sofort habe er seinen Zahnarzt angerufen. Doch heute früh, pünktlich vor Ort, mit Serviette um den Hals auf dem Zahnarztstuhl liegend, habe ihm der Dentist erklärt, er könne seine Brille nicht finden. «Also habe ich gewartet», erzählt der Patient. Eine Viertelstunde später habe ihn die Praxisassistentin wissen lassen, dass der Zahnarzt seine Brille noch nicht gefunden habe und deshalb kurz nach Hause fahre. Weiter warten. Nach einer halben Ewigkeit sei die Assistentin mit einer neuen Botschaft aufgetaucht: Der Herr Doktor sei nun in die Ferien verreist.

Die Beobachter-Beraterin teilt die Entrüstung des Kunden, kann sich ein Schmunzeln aber nicht verkneifen. Klar ist: Der Spezialist ist um einen Patienten ärmer.

Den Ärger gibts gratis dazu

«Kann ich meine Krankengeschichte und die Röntgenbilder verlangen?», will der Ratsuchende wissen. «Ja», versichert ihm die Beraterin. «Und Schadenersatz?» Auch den, sofern ihm ein finanzieller Schaden entstanden ist, etwa Mehrkosten für das Aufsuchen eines anderen Zahnarztes oder unnötige Wegspesen. Für den Ärger – oder bei Angestellten für den vergeblichen Zeitaufwand – gibt es leider kein Geld.

Schenkt Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, nächstens ein Passant ein zahnloses Lächeln, könnte es sein, dass sein Zahnarzt gerade in den Ferien weilt.