«Muss ich als Urschweizer die Formulare der US-Steuerbehörde ausfüllen?», fragt ein Ratsuchender an der Telefonhotline des Beobachters. «Eigentlich nicht», antworte ich und frage: «Haben Sie ein Geschäft in den USA?» – «Nein.» – «Erzielen Sie hohe Kapitalerträge mit US-Wertschriften?» – «Nein, an die Börse habe ich mich nie gewagt.» – «Haben Sie Verwandte in Amerika, die eine Erbschaft hinterlassen?» – «Schön wärs.» – «Haben Sie ein Ferienhaus in Übersee?» – «Nein, wie kommen Sie darauf?», fragt der Ratsuchende leicht irritiert. «Nun ja, irgendeinen Bezug zu den Vereinigten Staaten muss es geben, wenn Sie die berüchtigte Behörde Internal Revenue Service am Hals haben. Und Sie kennen ja den Leitsatz: Don’t mess with the IRS.»

Ein Musterschweizer

«Hören Sie, ich war seit 1959 nicht mehr in den USA, ich habe nie dort gewohnt. Ich habe in der Schweizer Armee gedient, war sogar Offizier. Ich zahle meine Steuern in der Schweiz. Meine Eltern sind Schweizer, und ich habe keinen US-Pass», erklärt der Anrufer genervt. «Der Pass ist nicht massgebend», sage ich. «Wer in den USA das Licht der Welt erblickt, ist US-Staatsbürger und dort unbeschränkt steuerpflichtig, ob er will oder nicht. Wo wurden Sie denn geboren?» – «In Norfolk, Virginia.»