«Aus hygienischen Gründen wird diese Toilette videoüberwacht», steht in fetten schwarzen Lettern auf dem gelben Schild. Sie habe es auf der ­Damentoilette entdeckt, als sie mit der Familie auf einer Velotour ein Gasthaus besucht habe, meldet die empörte ­Leserin. «Ich habe nach der Kamera gesucht, aber keine finden können.» Sicherheitshalber seien sie dann unverrichteter Dinge weitergeradelt.

Die Ratsuchende will nun wissen, ob am stillen Örtchen gefilmt werden dürfe. Der erste Gedanke der Beraterin: ein Scherz! Doch ganz sicher ist auch sie sich nicht und fügt hinzu: «Eine Überwachungs­kamera darf nicht ohne Auflagen installiert werden, zudem dürfen weder Persönlichkeitsrechte noch Datenschutzbestimmungen verletzt werden.» Der Wirt brauche die Zustimmung der Gefilmten, da weder ein überwiegendes öffentliches oder privates Interesse noch ­eine gesetzliche Grundlage die Überwachung auf der Toilette erlaube. Scherz oder nicht: Die Frau solle doch den Wirt auf das Schild ansprechen und ihn auf die Rechtslage hinweisen.

Gesagt, getan. Tags darauf ­meldet sich die Leserin: «Es ist tatsächlich bloss ein Scherz.» Dank dem Schild sei es sau­berer, auch Papier werde keines mehr gestohlen, habe ihr der Wirt erklärt. Läppische 2.49 Euro kostet dieses wetterfeste Kunststoffschild, wenn es per Internet bestellt wird – ­billiger kann wirklich nicht für Sauberkeit und Ordnung gesorgt werden.

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