Die Beraterin beugt sich zuerst über das «Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung». Dort steht, dass das Konservieren von Embryonen verboten ist und höchstens drei innerhalb eines Zyklus entwickelt werden dürfen. Damit ist klar, dass drei von den sechs Embryonen vorerst keine Einreisebewilligung in die Schweiz erhalten werden.

Die weitere Gesetzeslektüre ­ergibt, dass die Anwendung von Fortpflanzungsverfahren in der Schweiz eine Bewilligung braucht. Wegen des Konservierungsverbots müsste ein spezialisierter Arzt die Embryonen umgehend nach ihrer Ankunft in die Gebär­mutter einpflanzen.

Eine Lücke im Gesetz?

Zur Einfuhr von Embryonen äussert sich dieses Gesetz hingegen nicht. Dann sollte eine Einfuhr also möglich sein, schlussfolgert die Juristin vorerst. Seltsam. Hat hier der Gesetzgeber vielleicht vergessen, etwas zu regeln? Nein. Der Beizug eines anderen Gesetzes schafft Klarheit: Die Embryonen dürfen nicht einreisen. Das Stammzellenforschungsgesetz verbietet das Ein- oder Ausführen von Embryonen ausdrücklich. Bleibt somit zu hoffen, dass dem Ehepaar der Kinderwunsch anders erfüllt werden kann.