In Gedanken malt sich die Beraterin aus, wie die aufgebrachte Frau zwielichtige Gestalten beobachtet, die sich die Arzneien schnappen und diese dann gewinnbringend weiterverkaufen. Aber die Geschichte geht noch weiter. Um Schlimmeres zu verhindern, hätte sie die Medikamente mit nach Hause genommen und genau untersucht, fährt die Anruferin fort. Es habe sie nämlich interessiert, um was für Arzneien es sich handelte und was sie kosteten. Und jetzt kommts: Die Medikamente hätten einen Wert von sage und schreibe 900 Franken. Die Röhrchen seien teilweise noch nicht einmal geöffnet. «Was für eine Verschwendung! Da bekommt jemand so viele Medikamente und wirft sie einfach weg. Kein Wunder, steigen die Krankenkassenprämien.» Die Beraterin pflichtet der Frau bei, gibt ihr aber zu bedenken, dass es Krankheiten gibt, bei denen Ärzte verschiedene Mittel ausprobieren müssen. Und manchmal werden Patienten wieder gesund, bevor sie alle Tabletten eingenommen haben. «Wie auch immer. Am besten bringen Sie das Zeug morgen in die Apotheke.» Das will unsere Leserin tun. Auch wenn sie nur zu gern wüsste, wer so verschwenderisch is

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