«Seit einem halben Jahr zahle ich dem Steueramt jeden Monat 200 Franken», begann eine Leserin aus einem Bergkanton ihre Anfrage. Ihr verstorbener Ehegatte – Gott habe ihn selig – habe Steuern hinterzogen, und sie müsse nun Straf- und Nachsteuern im Betrag von über 7000 Franken nachzahlen. «Jetzt hat mich das Steueramt aus heiterem Himmel betrieben. Es verlangt den ganzen Betrag auf einmal, obwohl ich mitgeteilt habe, dass ich in Raten zahlen müsse.» Das sei doch nicht zulässig, empört sich die Abonnentin. «Leider schon», sagt der Berater und erklärt, dass Steuerbehörden zwar den Steuerpflichtigen entgegenkommen und mit ihnen eine Ratenzahlung vereinbaren können. Dafür brauche es aber die ausdrückliche Zustimmung des Steueramts, und die fehle bei ihr.

«Ich habe nichts ausser der AHV»

«Sie müssen zahlen oder ein richtiges Gesuch stellen», sagt der Berater – und stutzt. «Moment mal, wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf, und womit bezahlten Sie bis jetzt die Steuerschulden?» Mit der AHV, sie habe sonst nichts mehr, sie sei schon 87 Jahre alt, antwortet die Leserin. «Aber dann müssen Sie ja gar nicht mehr zahlen», entgegnet der Berater, «denn die AHV-Rente ist unpfändbar. Davon müssen Sie keinen Rappen abgeben, auch nicht dem Steueramt.» Die Dame lacht schallend, der Berater denkt: «Da hat ein Amt wieder einmal den Hals nicht voll genug kriegen können.»