«Mir ist die Frage etwas unangenehm», eröffnet eine Ratsuchende das Gespräch. Die Beobachter-Beraterin antwortet, auch solche Fragen seien willkommen. Sie könne also ungeniert losschiessen. Nun denn, sie sei mit ihrem Partner im Kino gewesen: «Wir haben eine Loge gemietet, und es ist etwas Alkohol geflossen.»

Die Ratsuchende kommt ins Stocken. Die Beraterin, nicht ahnend, worauf die Anruferin hinauswill, ermuntert sie, weiterzuerzählen. «Mir ist die Geschichte etwas peinlich.» Pause. «Es ist plötzlich über uns gekommen.» Pause.

Die Beraterin sinniert und beschliesst, deutlicher zu werden: «Sie meinen, Sie haben sich nicht ganz jugendfrei verhalten», konkretisiert sie und möchte das Ganze definitiv in Richtung Rechtsfrage lenken: «Und welche rechtliche Auskunft wünschen Sie von mir?»

«Wir wurden gefilmt»

Jetzt kommt die Anruferin auf den Punkt: «Ich glaube, es waren Kameras installiert, und wir wurden gefilmt. Müssen wir mit einer Anzeige rechnen?» Die Beraterin erklärt: «Nein, mit einer Anzeige müssten Sie nur rechnen, wenn sich andere durch Ihr Verhalten belästigt gefühlt hätten.» Davon sei aber nicht auszugehen. Schliesslich sei das Ganze ja im dunklen Kino in einer Loge und nicht etwa in Dubai am Strand passiert.

Anzeige

Die Anruferin ist hörbar erleichtert.