«Ich habe meine Gratis-Kreditkarte jahrelang nicht gebraucht», erzählt eine Frau an der Telefon-Hotline des Beobachters. «Und jetzt?», frage ich. «Nun fordert mich die Kreditkartenfirma auf, die Karte einzusetzen. Sonst beende man die Kundenbeziehung. So habe ich halt etwas für 13 Franken mit der Karte gekauft und fristgerecht die Rechnung gezahlt.»

«Vorbildlich», lobe ich und frage: «Wo liegt denn das Problem?» – «Nun möchte ich die Kreditkarte doch loswerden, aber das geht nicht, weil eine Restschuld besteht.» – «Warum denn das?» – «Die Einzahlung habe ich am Postschalter gemacht, das verursachte Spesen von 90 Rappen und eine neue Rechnung. Ich rief den Mann von der Kartenfirma an und fragte nach. Er meinte, das stehe doch in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, und er müsse mir leider eine dritte Rechnung schicken.» – «Wieso denn das?» – «Weil Telefon­anfragen Fr. 1.50 kosten. Auch das stehe in den Geschäftsbedingungen. Was soll ich tun?»

«Zahlen Sie Ihrem Frieden zuliebe die total Fr. 2.40 ein. Machen Sie das mit E-Banking eines Bekannten, um ja keine weiteren Spesen zu verursachen.» – «Gut. Ich rufe gleich bei der Kartenfirma an und frage, ob das in Ordnung geht.»