An der Beobachter-Hotline gibt es Fragen, die dürfte es eigentlich gar nicht geben. Ein Leser aus Winterthur beginnt zögerlich: Er würde gern mal etwas wissen. Sein Stiefsohn habe kürzlich ein iPhone gekauft, erzählt er. An sich nichts Aussergewöhnliches. Nun habeaber der Stiefsohn das Handy einem Dealer als Anzahlung für Kokain überlassen – den Stoff aber nie erhalten. Über das Gerät läuft ein Zweijahresvertrag mit einem Telekommunikationsanbieter. «Muss ich nun zwei Jahre lang Gebühren bezahlen, obschon der Stiefsohn das Gerät nicht mehr besitzt?», will der Anrufer wissen. Der Berater kann ihn beruhigen. Sofern der Stiefvater den Vertrag nicht mit unterschrieben hat, muss er nichts bezahlen. Vertragspartner ist einzig der volljährige Stiefsohn.

«Ach so», unser Leser ist etwas erleichtert. «Und was wird aus dem iPhone? Wie bekommen wir es wieder zurück?» Nun, das wird schwierig. Laut Obligationenrecht sind Verträge nichtig, wenn sie einen widerrechtlichen Gegenstand zum Inhalt haben. Das iPhone an sich wäre unproblematisch, der Handel mit Kokain dagegen ist verboten. Das bedeutet, dass der gelinkte Stiefsohn weder das iPhone noch das Kokain gerichtlich einfordern kann. «Schweinerei», findet der Stiefvater. «Soll ich eine Anzeige bei der Polizei machen?» Nein, findet der Berater. Besser nicht!