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Am TelefonAls Bimbo vor ein Auto lief

Unsere Rechtsexperten müssen sich an der Beratungs-Hotline bisweilen herzergreifende Geschichten anhören - bis sich dann herausstellt, dass der Anrufer nur eine ganz sachliche Auskunft braucht.

Wenn die Hundeleine zu Hause bleibt.
von

«Kennen Sie sich mit Hunden aus?», fragt mich eine Anruferin auf der Telefonhotline des Beobachter-Beratungszentrums. «Nicht wirklich. Zu Hause haben wir eine Katze, die mag Hunde nicht, so wie ich», antworte ich und erinnere mich, wie mich am letzten Wochenende beim Joggen ein junger Hund durch den Wald gejagt hat. «Er ist noch ganz jung! Er ist ganz lieb!! Er tut Ihnen ganz sicher nichts!!!», hörte ich seine Besitzerin hinter mir rufen – und schon schnappte der Köter nach meinem rechten Turnschuh.

Wie konnte denn das passieren?

«Worum geht es denn?», hole ich mich aus dem Wald ans Telefon zurück. «Mein kleiner Hund Bimbo ist in der Nacht gestorben. Er wurde von einem Auto angefahren», sagt die Abonnentin. «Oje, das ist ja furchtbar. Das tut mir aber sehr leid für Sie und für Bimbo. Wie konnte denn das passieren?» – «Ich vergass, ihn an die Leine zu nehmen», sagt die Abonnentin. «Oje, das ist ja tragisch. Jetzt machen Sie sich sicher Vorwürfe, dass Sie ihn frei herumlaufen liessen», versuche ich zu trösten. «Wissen Sie, Bimbo war schon recht alt», sagt die Abonnentin gefasst. Und ich stutze. «Warum rufen Sie denn jetzt an?» – «Ich wollte wissen, ob ich noch etwas von der bezahlten Hundesteuer zurückbekomme.»

Veröffentlicht am 05. August 2014